Lerntipps zum Gedichte auswendig lernen

Gedichte – ein Inhalt des Deutschunterrichts aus dem letzten Jahrhundert? In diesem Beitrag möchte ich euch aufzeigen, wieso das Gedichte lernen in der Grundschule sinnvoll ist und welche Methoden ich gerne verwende.

Welche Vorteile hat das Erlernen von Gedichten?

• Die Sprache wird verfeinert, die Kinder lernen neue Wörter. Sie lernen die Bedeutung alter Wörter kennen und einzuordnen.
• Es schult die Merkfähigkeit der Kinder.
• Rhythmus und Sprachmelodie werden trainiert und geschult.

Die Stimm-Modulation, also das Nutzen der Stimme zur Unterstreichung von bestimmten Aussagen ist gleichbedeutend mit dem betonten (≠ monotonen) Sprechen. Das müssen Kinder aktiv lernen und Mechanismen an die Hand gelegt bekommen.
So üben sie lauter/leiser, zarter/kräftiger, rascher/gedehnter, geheimnisvoller/klarer, tiefer/höher… zu sprechen. Das macht tatsächlich richtig Spaß.

Meine Erfahrung zeigt, dass manche Kinder sehr schnell Gedichte auswendig lernen und andere mehr Hilfe und Unterstützung benötigen. Möchte man jedem Kind der Lerngruppe ermöglichen, das Gedicht zu lernen, darf es nicht als reine Hausaufgabe ausgelagert werden, da manche Kinder zuhause nicht die nötige Unterstützung haben.

Gedichte auf Englisch bieten Abwechslung und Spaß im Unterricht. (Foto: Elisa)

Vorschläge für Arbeitsphasen zum Gedicht lernen in der Schule

Planbar ist es, jeden Schultag 10-15 Minuten ‚abzuzwacken‘ und die Schüler das Gedicht mit Hilfe folgender aufgeführter Methoden erlernen lassen. Wie wir wissen, bringt am Ende nur die Regelmäßigkeit den Erfolg.

Eine super Methode ist es, dass Gedicht vorerst an die Tafel zu schreiben. Die Lehrkraft liest es zuerst selbst betont vor, dann kommen Gesten und Bewegungen dazu. Das hilft dabei, dass die Kinder sich die Worte in Kombination mit Bewegung besser einprägen können.

Dann beginnt man pro Satz ein Nomen wegzuwischen und ein Symbol dafür hinzumalen.
Zum Beispiel malt man bei ‚flowers‘ drei Blüten auf.
Man überlegt sich gemeinsam mit den Schülern Symbole für einzelne Schlagwörter. So wird das Gedicht nicht nur in den Worten reduziert, es wird auch gleich schöner in der Gestaltung. Nun geht es weiter daran, die Merkfähigkeit zu schulen.

Optional zu den gemalten Symbolen können auch Wörter ausradiert und das Gedicht mit den radierten Lücken gelesen werden. Das können die Kinder auch gut an ihrem Platz umsetzen, wenn sie das Gedicht mit Bleistift aufgeschrieben haben. Wurde zu übermütig radiert, kann das fehlende Wort auch einfach wieder dazu geschrieben werden.

Methoden im Überblick

• Unbekannte Wörter unterstreichen, die Bedeutung recherchieren und daneben schreiben
• Das Gedicht in Sinnabschnitte einteilen & für jeden Abschnitt ein Signalwort festlegen
• In eigenen Worten wiedergeben, worum es in dem Gedicht geht
• Zeilenweise mit einem Partner vorlesen (optional: auswendig versuchen)
• Modulieren (laut, leise, geheimnisvoll, gedehnt…)
• In einer Gruppe Bewegungen zum Gedicht ausdenken und der Klasse vorführen
• Gedicht als Laufdiktat abschreiben (Gedicht z.B. in den Flur hängen)
• Gedicht als Memo aufsprechen und sich danach gemeinsam anhören
• Hausaufgaben-Idee: Lückentext zum Gedicht
• Konfetti (Locherschnipsel) auf den Text regnen lassen und dann erneut versuchen ihn lesen zu können
• Jedes Kind sucht sich einen Souffleur / eine Souffleuse, welcher/welche ‚heimlich‘ vorflüstern soll, wenn das Kind stockt oder nicht weiter weiß

Viel Freude dabei!

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Gedichte kommen der kindlichen Freude an Klang, Reim und Rhythmus besonders entgegen und sind eine altersgerechte Art der Sprachförderung. Weitere Inspirationen gibt es hier:


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