„Dot-Painting“ – Kunst aus Punkten

Vor einiger Zeit hat unsere Identifikationsfigur für den Kunstunterricht, „Herr Leopold“, die Kinder mit einem ganz besonderen Kunstwerk überrascht: Eine Schlange, die mit lauter kleinen Punkten bedeckt war. Doch wie hat der Künstler das nur gemacht?

Hintergrundwissen: Der Ursprung des Dot-Paintings

Der Ursprung der Kunstrichtung des Dot-Paintings („Punktemalerei“) liegt bei den Ureinwohnern Australiens, den Aborigines. Ursprünglich wurden Felsen oder Baumrinden bemalt, aber auch in der Körperbemalung kam die Punktetechnik zur Anwendung. Typische Motive stammten oft aus der Tierwelt, häufig wurden zudem Landschaften und Menschen dargestellt. Die Malerei erfüllte bei den Aborigines vor allem eine kommunikative Funktion und sorgte dafür, dass Geschichten und Erfahrungen nicht in Vergessenheit gerieten. Die heutige Form dieser Malerei ist als eigene Kunstrichtung erst in den 1970er Jahren im australischen Papunya entstanden und erfreut sich seitdem großer Beliebtheit.

Die Punktemalerei erproben

Auch meine Schüler:innen fanden die Punktebilder faszinierend. Da die Kinder immer wieder Spaß daran haben, neue Malwerkzeuge zu erproben, haben wir die Punkte mit Wattestäbchen und Wasserfarben getupft. Bevor sie mit dem eigentlichen Kunstwerk loslegten, stimmten wir uns mit Musik der Ureinwohner Australiens auf die neue Aufgabenstellung ein und explorierten anschließend die neue Technik: Ziel war es zu erproben, wie man am besten Punkte mit den Wattestäbchen tupfen kann.

Anschließend haben sich die Schlüler:innen über ihre Erfahrungen ausgetauscht und auf einem Plakat wurden wichtige Tipps festgehalten. Dabei sind die Kinder beispielsweise darauf gekommen, dass man ausreichend Wasser verwenden muss, um vollständige Punkte zu erhalten. Außerdem ist es nicht sinnvoll mit dem Wattestäbchen im Farbnäpfchen zu rühren. Die Watte franst sonst sehr schnell aus, wodurch dann keine schönen Punkte mehr entstehen.

Auch über die Anordnung der Punkte gab es Gesprächsbedarf: Wie wirken die Punkte am besten – mit viel Abstand oder eher eng aneinander liegend? Soll man sich vorher ein Muster überlegen oder einfach darauf los tupfen?

Unsere Tipps für das Dotpainting. (Foto: Sina)

Jetzt geht es endlich los: Die Tiere werden getupft

Da in dieser Kunsteinheit der Schwerpunkt auf der Technik der Punktemalerei lag, habe ich den Kindern die Umrisse der Schlange vorgegeben. Besonders eindrücklich wirken die Punkte auf einem dunklen Hintergrund, sodass die Vorlagen auf schwarzes Papier gedruckt waren. Als kleine Besonderheit habe ich mich für eine Schlange in Form einer Spirale entschieden. Hängt man die die ausgeschnittenen Schlangen anschließend über eine warme Heizung oder an ein geöffnetes Fenster, bewegen sich die Tiere und führen sozusagen einen „Schlangentanz“ auf. 

Hier findet ihr die Vorlage der Schlangenspirale:

Die ersten Ergebnisse: Die Mühe hat sich gelohnt. (Foto: Sina)

Die Kinder haben schnell gemerkt, dass die Künstler:innen der Aborigines sehr viel Geduld beim Herstellen ihrer Kunstwerke aufgebracht haben mussten. Während das Punktemalen viele Kinder in eine Art meditative Stimmung versetzte, wurden einige jedoch recht bald ungeduldig. Aber auch das ist eine Erfahrung, die für die Schüler:innen sehr wertvoll ist: Manchmal braucht es viel Geduld und Fleiß (nicht nur beim Punktemalen), um mit einem tollen Ergebnis belohnt zu werden. Eine weitere Idee zum Dot-Painting findet ihr hier.

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