Homeschooling an der Förderschule – Teil 2

… Ich habe darauf geachtet, dass den Schülerinnen und Schüler alle Materialien stets in Papierform vorliegen und zur Bearbeitung der Aufgaben grundsätzlich keinerlei Geräte, Drucker etc. notwendig sind. Gearbeitet wurde deshalb vorwiegend mit Arbeitsblättern und Arbeitsheften.

Der jeweilige Wochenplan wurde stets gemeinsam mit allen benötigten Materialien auf einen Heftstreifen geheftet. Wenn es Aufgaben im Buch gab, habe ich immer eine Kopie der entsprechenden Buchseite dazugelegt, um Missverständnisse zu vermeiden. Bei der Auswahl der Materialien wurde darauf geachtet, dass diese möglichst selbsterklärend und sehr kleinschrittig aufgebaut sind und – wenn überhaupt – nur wenig Text enthalten. Zu einzelnen Themen gab immer mal wieder optionale Lehrfilme oder Audiodateien.

Ausgabe der Materialien

Wie bereits erwähnt, haben die Kinder alle Materialien in Papierform erhalten. Ich habe die Materialpakete immer für zwei Wochen zusammengestellt und diese per Post versendet bzw. den Schülern einmal auch persönlich zuhause vorbeigebracht. Die Materialpakete enthielten neben den Aufgaben immer einen persönlichen Brief an die Schülerinnen und Schüler sowie kleine Zugaben in Form von „Nervennahrung“, Bastel- und Spielideen etc.

Abgabe der Schülerarbeiten

Die Abgabe der Schülerbearbeitungen geschah ebenfalls über den Schulserver. Die Schülerinnen und Schüler haben ihre Arbeiten fotografiert und per E-Mail an die entsprechende Lehrkraft gesendet. Nach ein paar Wochen wurde schließlich das Aufgabenmodul eingeführt, sodass die Schüler ihre Fotos für die einzelnen Fächer dort hochladen konnten. In beiden Fällen gab es die Vorgabe, dass dies täglich bis 18 Uhr erfolgen musste.

Die Abgaben wurden täglich von mir nachgesehen und dokumentiert. Durch die Nutzung eines Tablets war es mir möglich, den Schülerarbeiten Kommentare, Lob, „Häkchen“, „Smileys“ etc. digital hinzuzufügen. Die Korrekturen habe ich den Schülerinnen und Schüler schließlich wieder per Mail zurückgesendet bzw. über das Aufgabenmodul hochgeladen. Im Aufgabenmodul gibt es auch die Option einen verbalen Kommentar, zum Beispiel ein kleines Lob oder auch die Bitte zur Überarbeitung, zu hinterlegen. Dann spart man sich das digitale Bearbeiten und Hochladen der Fotos. Für freiwillig bearbeitete Zusatzaufgaben gab es natürlich ein dickes extra-Lob😉.

Fazit

In stetigem Austausch mit den Schülerinnen, Schülern und auch den Eltern haben wir gemeinsam ein „Homeschooling-System“ entwickelt, mit dem es dem Großteil der Kinder möglich war, zuhause erfolgreich zu lernen.

Ganz wichtiger Baustein hierfür war meines Erachtens der tägliche Kontakt zu den Schülerinnen und Schülern sowie ein regelmäßiger telefonischer Austausch mit den Eltern bzw. Elternbeiräten. Durch die kontinuierlichen Rückmeldungen und den daraus ersichtlichen Bedürfnissen der Kinder konnten immer wieder notwendige Modifikationen vorgenommen werden. Auch zum Besuch der Schülerinnen und Schüler habe ich sehr positive Rückmeldungen erhalten – wenn es auch nur ein kurzes „Hallo, wie geht´s dir?“ an der Haustüre war.

Neben dem persönlichen Kontakt war meines Erachtens auch die tägliche Rückmeldung zu den abgegebenen Aufgaben für die Schüler und Schülerinnen sehr wichtig. Insbesondere für Kinder, denen das eigenständige Arbeiten zuhause schwerfällt, war es hilfreich zu spüren, dass jemand für sie da ist und ihre erbrachten Leistungen würdigt – und zwar unabhängig von der Qualität oder Korrektheit der abgegebenen Aufgaben.

Aus inhaltlicher Sicht war das tägliche Besprechen der anstehenden Aufgaben im Rahmen der Videokonferenz sehr hilfreich für die Kinder. Auch wenn Arbeitsaufträge selbsterklärend sind, so kamen die Schülerinnen und Schüler deutlich besser ins Arbeiten, wenn sie im Rahmen der Videokonferenz bereits mit den Klassenkameraden gemeinsam einzelne Beispielaufgaben bearbeiten und Rückfragen stellen konnten.

Wie die Corona-Krise die Schulen herausfort und die (digitale) Bildung verändert, damit beschäftigt sich ein ganzes Themenheft der Zeitschrift GRUNDSCHULE:


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