Die Sitzordnung – ein viel diskutiertes Thema

Während sich die Kinder vor allem Gedanken darum machen, wer neben wem sitzen darf, beschäftigt uns Lehrkräfte auch die Frage, wie die Tische im Klassenzimmer und zueinander am besten angeordnet werden sollen.

Wie sollen die Tische im Klassenzimmer stehen?

Möglichkeiten gibt es theoretisch viele: Frontal in Reihen, frontal in Paaren, Einzeltische, einfaches U, doppeltes U, U-ähnliche Anordnungen, E-Form, Fischgrät-Form, Kreis, Gruppentische in unterschiedlichen Größen und Anordnungen etc.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Wie sollen die Tische also im Klassenraum stehen? Während der Fantasie (fast) keine Grenzen gesetzt sind, sind wir leider meist trotzdem nicht völlig frei in unserer Entscheidung. Die Realität sieht oft so aus, dass wir froh sind, die vielen Kinder im überfüllten Klassenzimmer irgendwie unterzubringen. So müssen wir uns also eingestehen, dass aufgrund der Ausstattung und Raumgröße meist nur noch einige der genannten Möglichkeiten in Frage kommen.

Die Ausgangsfrage bleibt aber bestehen.

Und jede der genannten Möglichkeiten hat Vor- und Nachteile. Man muss sich also selbst die Frage stellen, was einem wichtig ist. Gruppentische können relativ platzsparend angeordnet werden und ermöglichen Kommunikation und Kooperation. Natürlich erleichtern sie auch „ungewollte“ Kommunikation in Phasen, in denen diese gerade nicht erwünscht ist.

Eine frontal ausgerichtete Anordnung der Tische braucht mehr Platz. Die Konzentration ist auf die Tafel/den Lehrer gerichtet, der Lehrer hat alle im Blick. Diese Sitzordnung unterstützt eher traditionellen, lehrerzentrierten Unterricht, Kommunikation und Kooperation unter den Schülerinnen und Schülern sind nicht so leicht möglich.

Wie soll man sich also entscheiden? Die gute Nachricht: Nichts ist in Stein gemeißelt. Einfach mal verschiedene Anordnungen ausprobieren und Erfahrungen sammeln. Was in der einen Klasse gut funktioniert, kann sich in einer anderen Klasse als nicht optimal erweisen.

So sieht es bei mir aus

In meiner Klasse stehen die Tische (fast immer) als Gruppentische. Ich möchte modernen, kompetenzorientierten, schülerzentrierten Unterricht ermöglichen, in dem die Schülerinnen und Schüler selbst aktiv werden, miteinander kommunizieren und kooperieren. Das spiegelt sich in meiner Sitzordnung wider.

Gruppentische sind besonders für soziale Lernformen ideal. (Foto: Verena)

Leider ist es aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht möglich, die Sitzordnung flexibler zu gestalten, so dass die Kinder bei Bedarf auch etwas mehr Freiraum (z. B. Einzeltische, an die sie sich zurückziehen können) haben, um konzentriert und ungestört alleine zu arbeiten. Denn natürlich gibt es trotz Kommunikation und Kooperation auch Phasen, in denen still an einer Aufgabe gearbeitet wird. Aber das Leben ist eben kein Wunschkonzert 😉

Fazit

Es gibt nicht DIE Sitzordnung. Abhängig von Raum, Kindern und Lehrerpersönlichkeit ergeben sich ganz unterschiedliche Voraussetzungen und Ansprüche, die berücksichtigt werden müssen. Fakt ist: Die Sitzordnung hat Einfluss auf die Lernatmosphäre und sagt auch einiges über das Verständnis des Lehren und Lernens aus. Dessen sollten wir uns immer bewusst sein.

Wie stehen die Tische in eurem Klassenzimmer? Habt ihr Tipps oder Erfahrungen, die ihr mit uns teilen wollt?

Zum Thema Sitzordnung habe ich für euch zwei interessante Fachzeitschriften-Beiträge herausgesucht:


Ein Gedanke zu „Die Sitzordnung – ein viel diskutiertes Thema

  1. Sahra

    In meiner Klasse gibt es für Plenumsphasen Unterrichtsgespräche einen Sitzkreis aus Bänken an der Tafel. Für die Arbeitsphasen sind die Tische überwiegend auseinander gerückt und einige stehen zur Wand gerichtet. Das erleichtert es vielen Kindern, sich zu konzentrieren. Es gibt auch einen Gruppentisch. Die Kinder können ihren Platz jeden Tag neu wählen, die Einzel-Tische sind sehr begehrt und immer als erstes belegt.

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