Umwelterziehung (2): Vogel- und Insektenschwund

Das jahreszeitliche Lernen spielt in der Grundschule eine sehr wichtige Rolle. Deshalb habe ich euch beim letzten Mal, passend zum Herbst, ein paar Tipps und Infos zu den Zugvögeln gegeben. Eine Frage ist dabei allerdings noch offen geblieben, nämlich die Frage, warum sich das Verhalten vieler Zugvögel in den letzten Jahren verändert hat. Auslöser ist der vom Menschen verursachte Klimawandel. In den letzten Jahren ist die Durchschnittstemperatur weltweit um fast 1 Grad Celsius gestiegen. Was harmlos klingt, hat aber weitreichende Folgen und Risiken. Nicht umsonst ist der Klimawandel eines der wichtigsten Themen in der Umwelterziehung.

Menschliches Verhalten – Auswirkungen auf die Tierwelt

Aber zurück zu den Zugvögeln. Das Beispiel eignet sich prima, um den Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie sich menschliche Verhaltensweisen auf die Tier- und Pflanzenwelt auswirken (können). Diese Erkenntnis ist äußerst wichtig für das Verständnis der Nachhaltigkeit und damit natürlich auch für die Umwelterziehung.

Dazu passt auch das heutige Thema: Der Insekten- und Vogelschwund. In Europa ist die Zahl der Vögel in den letzten 20 Jahren um 300 Millionen gesunken. Bei einigen Vogelarten hat die Population sogar um bis zu 80% abgenommen. Aber auch der Bestand an Insekten hat in den letzten Jahren stark abgenommen.

Schwierige Themen im Unterricht aufgreifen

Als Einstieg in dieses Thema nutze ich in meiner Klasse Grafiken, Streifendiagramme oder auch Zahlentabellen, aus denen der Rückgang der Insekten und Vögel hervorgeht. Natürlich stellen die Schülerinnen und Schülern sofort die Frage nach den Ursachen, warum es immer weniger Insekten und Brutvögel gibt. Eine Antwort ist nicht ganz einfach. Selbst die Wissenschaftler sind sich über die Ursachen nicht ganz im Klaren.

Der Kiebitz gehört durch die Zerstörung seines natürlichen Lebensraumes mittlerweile zu den stark gefährdeten Arten.

Immer mehr Vögel sind vom Aussterben bedroht – so auch der Kiebitz. (Foto: stock.adobe.com/Vera Kuttelvaserova)

Natürlich brauchen die Schülerinnen und Schüler mehr Informationen über das Thema. Zur Vertiefung bieten sich Zeitungsberichte und/oder Sachtexte an. Hierin finden wir Gründe, die für den Rückgang verantwortlich sein könnten und sammeln diese an der Tafel. Möglicherweise haben die Kinder selbst noch weitere Ideen. Für den Fall, dass die Kinder nicht alle Möglichkeiten finden, halte ich Bilder oder Wortkarten bereit.

Nach dieser Phase sollten die möglichen Ursachen auf ihre Wahrscheinlichkeit hin überprüft werden. Also, welche Möglichkeit ist wahrscheinlich bzw. welche Möglichkeiten sind eher unwahrscheinlich? Spätestens an dieser Stelle sollten die Schülerinnen und Schüler erfahren, dass es von Seiten der Wissenschaft bis jetzt noch keine sichere Antwort gibt. Auch diese Erkenntnis ist wichtig und ein bedeutender Lerneffekt.

Was könnten die Gründe für den Rückgang sein? Die Wissenschaftler sehen einen eindeutigen Zusammenhang zwischen der Abnahme der Insekten und dem Rückgang der Vögel. Dies begründen sie unter anderem damit, dass die Vögel ihre Jungen mit Insekten füttern. Und warum gibt es immer weniger Insekten? Gründe für den Insektenschwund könnten beispielsweise Klimafaktoren, die Landwirtschaft oder die zunehmende Versiegelung der Landschaft sein. Aber das sind nur ein paar der möglichen Gründe.

So, das war’s für heute. Bis zum nächsten Mal. Ich freue mich schon.

Wie Kindern das komplexe Thema "Klimawandel" näher gebracht werden kann, zeigt euch dieser Beitrag aus der Zeitschrift Praxis Grundschule.


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