Archiv für den Monat: Juni 2016

Der nullte Elternabend

„Wir werden ein Schulkind“ – für viele Eltern trifft das zur Einschulung ihres Kindes zu. Für Eltern, die bereits ein größeres Kind eingeschult haben, ist dieses Event schon „kalter Kaffee“. Für mich und den Großteil „meiner“ zukünftigen Eltern jedoch nicht. Frisch mit dem zweiten Staatsexamen gewappnet erhielt ich die tolle Nachricht, an meiner Ausbildungsschule bleiben und eine erste Klasse übernehmen zu dürfen. Die anfängliche Euphorie wich bald eiskalter Angst – und nein, ich übertreibe nicht. Weiterlesen

Mein Referendariat (3): Unterrichtsplanung

… klappt leider am Anfang nicht „mal eben so“. In den ersten Schulwochen im Referendariat habe ich für die Unterrichtsplanung viel Zeit gebraucht, die ich am Schreibtisch verbracht habe. Der Computer lief, sämtliche Lehrerseiten im Netz waren geöffnet, Bücher lagen aufgeschlagen auf dem Boden herum und auf meiner vorbildlichen Tabelle zur Vorbereitung der Unterrichtseinheit waren immer noch keine Buchstaben zu sehen. Woran das liegt? Weiterlesen

Unterrichtsstörungen gehören zum Schulalltag

Wir alle haben unsere Vorstellung von gutem Unterricht: Unterricht, der sich nach unseren persönlichen Maßstäben oder Hilbert Meyers Vorstellungen richtet und dadurch im Idealfall gut wird. Der Titel dieses Beitrags enthält neben dem Begriff Unterricht aber auch noch ein weiteres Wort, die von vielen verachtete, alle Pläne über den Haufen zu werfen vermögende Störung.
Schnell denken wir beim Thema Unterrichtsstörungen an von Schülerinnen und Schülern ausgehende Aktionen, die die Mitschüler vom individuellen Lernerfolg abbringen. Vor allem wird jedoch vom durchstrukturierten Unterricht abgelenkt, und unsere 45 oder 90 perfekt ausgestalteten Minuten erleiden Schaden. Doch, gibt es diese perfekten Minuten überhaupt? Weiterlesen

Mein neues Projekt Tabletklasse (3): Es geht los!

Die Kinder meiner Tabletklasse waren Feuer und Flamme und unglaublich aufgeregt, als sie von dem Projekt erfuhren. Sie standen mir auch gleich mit guten Tipps zur Seite und empfahlen mir „total coole Spiele und Apps“, die unbedingt auf den Tablets installiert werden sollten. „Clash of Clans“ und „Hay Day“ kamen aber trotzdem nicht auf die Liste der zu installierenden Apps 😉 Aber auch dieser kleine Rückschlag konnte die Begeisterung der Kinder nicht bremsen. Sie freuten sich schon wahnsinnig auf „ihre“ Tablets.
Und los ging es: Pünktlich zum Schuljahresbeginn stand unser neuer Tabletschrank bestückt mit 29 fertig installierten Tablets (für jedes Kind eines plus 3 Ersatztablets) im Klassenzimmer. Weiterlesen

Elterntypen (4): Eltern von Prinzen und Prinzessinnen

Elterntypen: Eltern von Prinzen und Prinzessinnen

Wie umgehen mit Eltern von kleinen Prinzen und Prinzessinnen? (Foto: fotolia.com, New York, lovemask)

Peter, ein selbstbewusstes Kind, fiel mir gleich bei der Einschulung auf. Er hatte weniger Berührungsängste als die anderen Erstklässler. Er sorgte dafür, dass er genügend Platz auf der Bank hatte und nahm in Kauf, dass sein Nachbar von derselben fiel. Dabei hatte Peter ein unschuldiges Lächeln, das vermuten ließ, nicht mit Absicht den Sturz herbeigeführt zu haben. Peters Eltern machten mir in den ersten Schulwochen sehr schnell klar, dass ihr Sohn ein besonderes Kind sei. Weiterlesen

Lernen mit Pfötchenhilfe (2): Der Schulhund-Ordner mit Hygieneplan

Der Schulhund sitzt vor der Tafel und blickt in ein Buch.

Bevor ein Schulhund den Unterricht begleiten darf, muss ein Hygieneplan erstellt werden. (Foto: Isis)

Ein Hund, der in die Schule geht, darf dies nicht mit leeren Pfoten tun. Er  muss einen dicken Ordner mitbringen, den er jederzeit jedem zeigen kann. Dieser Ordner enthält das Schulhund-Konzept, Aus- und Fortbildungsnachweise von uns und vor allem Unterlagen, die dem Nachweis der Gesundheit und der Hygiene dienen: den sogenannten Hygieneplan.

 

Ziel des Hygieneplans ist es, Weiterlesen

Heute gibt es Zeugnisse – Ideen für den Zeugnis-Tag

Obwohl Schulkinder normalerweise ziemlich genau wissen, auf welchem Notenschnitt sie stehen, sind sie an Zeugnis-Tagen fast alle unglaublich aufgeregt. Zeugnisse sind etwas Besonderes. Man liest schwarz auf weiß wie „gut“ man in der Schule ist, kann sich vergleichen und oftmals gibt es von Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten für gute Noten auch noch eine Belohnung.
In der vierten Klasse entscheidet sich mit dem Übertrittszeugnis sogar die weitere Schullaufbahn.

Ich möchte heute nicht über Sinn und Unsinn von Zeugnissen oder der bayerischen Übertrittspraxis schreiben. Hier könnte man lange diskutieren und abwägen … aber ich alleine habe darauf sowieso keinen Einfluss. Worauf ich aber sehr wohl einen Einfluss habe ist, wie die Kinder den Zeugnis-Tag wahrnehmen und was sie, außer den Noten, mit nach Hause nehmen. Weiterlesen

Ein Kollege auf vier Pfoten (3): Die Eltern ins Boot holen

Freud und Leid eines jeden Grundschullehrers hängen oftmals von der Elternarbeit ab, die zu den täglichen Aufgaben im Lehreralltag gehört. Heute berichte ich euch über den besonderen Pakt, den man im Hinblick auf das Thema Schulhund mit den Eltern eingeht oder eingehen sollte. Welche Grundlagen muss man schaffen und weshalb muss man die Eltern überhaupt mit ins Boot holen, wenn man tiergestützt arbeiten möchte? Weiterlesen

Schulwechsel: Mein erster Schultag

Vor meinem ersten Schultag an der neuen Schule, an der ich eine erste Klasse unterrichten sollte, fühlte ich mich wie ein ABC-Schütze. Der Schulwechsel brachte eine neue Stadt, viele neue Kollegen und eine komplett neue Arbeitsumgebung mit sich.

Als ich selber vor über 25 Jahren eingeschult wurde, war es so: Viele Menschen wollten mir alles zeigen, ich sah einige bekannte und unzählige unbekannte Gesichter, zu denen ich mir nicht ansatzweise die Namen merken konnte. Alles sah viel größer aus in diesem neuen Umfeld, außer mir selbst. Der Schulhof wirkte monströs, die Gänge schienen unendlich lang und alles vor mir Liegende war unbekannt.

Jetzt stand mir also wieder ein Neustart bevor. Weiterlesen

Mit Flüchtlingen in Regelklassen arbeiten (1): Möglichkeiten der Integration

Gestern waren wir eine Lerngruppe mit 19 Kindern und heute sind wir 20. Ein Mädchen aus Syrien kam hinzu und soll nun, fernab der Heimat, neue Freunde finden und ins Unterrichtsgeschehen bestmöglich eingebunden werden. Sie ist kein Einzelfall, denn immer häufiger erleben wir an unserer Schule solchen Schülerzuwachs. Fremde Gesichter, ängstliche Gesichter, schüchterne Gesichter, im Einzelfall auch neugierige Gesichter beleben den Schulflur – Kinder, die eine andere Sprache sprechen und nicht verstehen, was um sie herum gesprochen wird. Kinder, die eine lange Reise auf sich genommen haben, um ihrer Heimat zu entfliehen und einer ungewissen Zukunft entgegenblicken. Eine Zukunft, die insbesondere in der Schule ihren Anfang nimmt.
Wie viele Kollegen bin auch ich im ersten Moment hilflos, denn wie gehen wir mit der Herausforderung Integration um, sobald ein Flüchtlingskind zur Lerngruppe stößt. Wie kann es möglichst rasch integriert werden? Weiterlesen