Wir drehen einen Stop-Motion-Film

Das Schuljahr neigte sich langsam dem Ende und die Kinder der dritten Klasse durften sich ein medienpädagogisches Abschlussprojekt wünschen. Ein Stop-Motion-Film sollte es werden. Wie die Kinder darauf kamen? Sie hatten in diesem Schuljahr schon die Strophen von Gedichten multimedial als einzelne Seiten in der App Book Creator gestaltet. Nun wollten wir einen Schritt weitergehen und einen richtigen Film erstellen.

Was ist ein Stop-Motion-Film?

Stop-Motion ist eine Filmtechnik, bei der einzelne Bilder aufgenommen und anschließend aneinandergereiht werden, um eine Illusion von Bewegung zu erzeugen. So können zum Beispiel Knetefiguren oder Legomännchen zum Leben erweckt werden. Für unser Projekt entschieden wir uns für die Legetechnik, bei der Bilder/Figuren auf einem Hintergrund liegend bewegt werden.

Welche Ausrüstung wird benötigt?

Zur Erstellung der einzelnen Fotos braucht man eine Kamera oder ein Handy/Tablet Handy. Optimalerweise sollte die Kamera auf einem Stativ befestigt sein und das Foto per Auslöser geknipst werden, um ein Verrutschen des Bildausschnitts durch die Berührung beim Auslösen zu verhindern. Um ein Flackern im Film durch wechselnde Lichtverhältnisse zu vermeiden, sollte der Raum abgedunkelt und die Szene gut ausgeleuchtet werden (wir haben Schreibtischlampen verwendet).

Außerdem wird eine App oder ein Computerprogramm benötigt, um die Einzelbilder zum Film zusammenzusetzen.

Bei der Erstellung eines Stop-Motion-Films wird jede Sequenz einzeln aufgenommen. (Foto: Verena)

So entstand unser Film

Wir wählten das Gedicht der Zauberer Korinthe von James Krüss für unseren Film aus. Ein Zauberer, der in einem Tintenfass wohnt und Korinthe heißt, hat sich auf Briefe spezialisiert. Wenn jemand mit der Tinte aus seinem Fass einen Brief zu Papier bringt, steht dort beim Empfänger stets das Gegenteil von dem, was er geschrieben hat. „Wenn jemand damit Briefe schrieb/Und schmi und schma und schmollte, /Dann schrieb er etwas anderes /Als was er schreiben wollte.“

Die Kinder beschlossen, einen Teil des  Gedichts durch selbst gedichtete Strophen auszutauschen. Gemeinsam sammelten wir Ideen, suchten Reimwörter und dichteten zwei Strophen neu.

Anschließend teilten sich die Kinder in Gruppen auf, um an der Gestaltung der Strophen zu arbeiten. Sie entwickelten Ideen, wie der Inhalt der Strophe im Film dargestellt werden könnte und gemeinsam überprüften wir die Ideen auf ihre Umsetzbarkeit. Danach erstellten die Gruppen eine Liste mit allen benötigten Materialien (Hintergründe, Personen und sonstige Requisiten) und begannen mit den Bastelarbeiten, suchten Bilder im Internet und bereiteten alles vor.

Parallel übten wir das gestaltende Lesen der Strophen und fertigten die Tonaufnahmen an. Intro und „Abspann“ vertonten die Schülerinnen und Schüler mit Orff Instrumenten (Danke an unsere Musiklehrerin, die uns hier unterstütze!).

Das Intro und der Abspann wurden mit Orff-Instrumenten vertont. (Foto: Verena)

War eine Gruppe mit den Vorbereitungen für ihre Strophe fertig, ging es ans Fotografieren. Mit Hilfe des Programms Corel Video Studio X10 wurde aus den Einzelfotos ein Film. Wir testeten die Wirkung verschiedener Abspielgeschwindigkeiten, fügten die Tonspur dazu und verbanden die einzelnen Strophen zum fertigen Film. Zum Schluss veröffentlichten wir den Film auf Youtube:

Die Ziele. Oder: Warum soll man so viel Arbeit auf sich nehmen?

Warum aber sollte man so viel Zeit und Arbeit in einen Film stecken? Das ist doch nur eine Spielerei. Oder?

Nein! Die Kinder haben bei diesem Projekt unglaublich viel gelernt. Sie haben selbstständig geplant und umgesetzt. Mussten in der Gruppe kommunizieren, kooperieren und Probleme lösen. Sie konnten kreativ werden und ihre Vorstellungen einbringen und sind über einen längeren Zeitraum hinweg konzentriert bei der Sache geblieben.

Und ganz nebenbei haben sie auch ihre Medienkompetenz ausgebaut. Indem sie einen eigenen Medienbeitrag gestaltet und verbreitet haben, lernten sie auch, Mediengestaltungen zu verstehen und zu bewerten und erhielten Einblicke in Medienproduktion und -gestaltung.

Fazit

Dieses Projekt bedeutete viel Arbeit und auch viel Spaß. Und wir alle haben Neues dabei gelernt! Unbedingt nachmachen!

Habt ihr auch schon Erfahrung mit Stop-Motion-Filmen gesammelt?

Übrigens: Stop-Motion-Filme lassen sich auch wunderbar mit der Green Screen Technik verbinden.

Zum Thema Filmbildung im Grundschulunterricht habe diese Extra-Beilage der Zeitschrift GRUNDSCHULE mit vielen tollen Ideen und Tipps für euch erschnüffelt:


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