Walk and Talk – das kommunikative Einstiegsritual

Heute möchte ich euch den Walk and Talk vorstellen, ein Ritual mit dem ich jede Englischstunde beginne. Beim Walk and Talk geht es darum neue und bereits erlernte Phrasen zu trainieren und zu festigen.

In Klasse 1 beginne ich zunächst mit der Frage „What’s your name?“. Im Laufe des Englischunterrichts kommen dann immer mehr Fragen hinzu, beispielsweise „How old are you?“, „What’s your favourite …?“ oder „When is your birthday?“. Alle diese Fragen hängen zusammen mit der entsprechenden Antwort an der Wäscheleine unserer English Corner und sind somit für die Kinder jederzeit einsehbar. Durch die regelmäßige Wiederholung dieser Fragen werden die Kinder immer sicherer in der englischen Sprache und auch schwächere Schülerinnen und Schüler können in dieser Unterrichtsphase immer gut mitmachen. Zudem wird die neue Sprache in echten, authentischen Sprachhandlungssituationen angewendet.

Die ersten drei Fragen hängen an der Wäscheleine unserer Englischecke.. (Foto: Linda)

Vor der Coronazeit sind die Kinder mit bunten Fingerpuppen durch die Klasse gelaufen und haben quasi die Fingerpuppe für sich sprechen lassen. Nachdem sie einem Kind eine Frage gestellt haben, gaben sie die Fingerpuppe an dieses Kind weiter und setzen sich wieder an ihren Platz. Ein Language Guard achtet zudem auf die Einhaltung der Zielsprache Englisch (siehe hier auch meinen Blogbeitrag zum Language Guard).

Seit der Coronazeit kommen die Fingerpuppen leider nicht mehr zum Einsatz. Stattdessen legen zu Beginn alle Schülerinnen und Schüler ihren Kopf wie beim Spiel „Abtauchen“ gemütlich auf ihren Tisch. Ich beginne dann ein Kind dran zu nehmen, stelle ihm eine Frage und nach der Antwort bleibt sein Kopf oben und das nächste Kind wird gefragt, bis schließlich alle Kinder dran waren, was daran zu erkennen ist, dass alle Köpfe wieder oben sind.

Wir beenden den Walk and Talk immer mit einer abschließenden Reflexion. Sobald alle Kinder dran waren oder früher, sobald alle Fingerpuppen wieder bei mir waren, haben die Kinder ihren Daumen gehoben und in 3 Schritten angezeigt, wie es heute geklappt hat. Wir reflektieren immer die Bereiche Lautstärke, Englisch sprechen und die Verwendung unterschiedlicher Fragen. Auf meine Nachfrage „How did it work today?“ antworten die Kinder dann mit „It was good/so-so/not so good because … .“ Dafür steht den Schülerinnen und Schüler ein Plakat mit Redemitteln zur Verfügung. Den Satzanfang sagen bei mir alle Kinder immer auf Englisch, während die Begründungen zum Teil auch auf Deutsch genannt werden können, wenn sie nicht auf dem Plakat stehen oder den Kindern noch nicht anderweitig bekannt sind. Liefern die Kinder deutsche Begründungen, dann wiederhole ich sie mit Hilfe der Sandwich Methode auf Englisch (siehe auch: Sandwich Methode).

Plakat mit Redemitteln zur Reflexion. (Foto: Linda)

 

Insgesamt ist der Walk and Talk ein gutes Ritual um sich zu Beginn einer Englischstunde in die neue Sprache einzufinden. Zudem werden wichtige sprachliche Mittel und Fragen immer wieder aktiviert und vertieft. Teilweise entwickeln die Kinder im Laufe der Zeit auch eigene Fragen, die wir dann ebenfalls in unserer Repertoire aufnehmen.

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