Spielerische Übungen für die Feinmotorik

Die Feinmotorik kann man nicht genug wertschätzen, denn immerhin sind diese Grundlagen auch für das Lernen von enormer Bedeutung. Zum Start mit meiner ersten Klasse hatte ich mir noch vor dem Beginn der Buchstabeneinführung eine Stationenarbeit zur Schulung der Feinmotorik einfallen lassen.

Diese unterschiedlichen Übungen sind recht spielerisch zu bewerkstelligen und haben auch nach der Stationenarbeit einen immerwährenden Platz für die Freiarbeit.
Einige von den Übungen wurden sogar noch zum Ende der ersten Klasse gern wiederholt.

Feinmotorik an Stationen

Zum Start aller Übungen wurden die Stationen vorgestellt und der Arbeitsablauf erklärt. Dazu gab es einen Laufzettel mit dem Hinweis, die aufgeführten Aufgaben nach beliebiger Reihenfolge zu erledigen und im Anschluss abzuhaken. Eine darin aufgeführte Kommentarspalte half mir, meine eigenen Beobachtungen zu notieren und den Schülerinnen und Schülern eine Rückmeldung zu ihren Aufgaben zu geben.
Da einige Aufgaben am eigenen Arbeitsplatz erledigt werden konnten, gab es auch an den festen Stationen kein großes Gedränge.

Der Laufzettel mit den verschiedenen Stationen. (Foto: Nova)

Die Stationen im Einzelnen

Ida: Ein Tennisball frisst Murmeln.
Diese Übung trainiert die Muskulatur zwischen Daumen und Zeigefinger und zielt auf die Beweglichkeit der Finger für die richtige Stifthaltung. Dabei muss Idas Maul aufgesperrt werden, damit sie alle Murmeln fressen und in ein Weckglas spucken kann.

=> Eine Alternative wäre, Ida mit einem Teelöffel voll Kirschkernen oder getrockneten Erbsen zu füttern. Dies käme zusätzlich der Hand-Auge-Koordination zugute.

Die „Ida frisst Murmeln“-Übung für mehr Fingerfertigkeit. (Foto: Nova)

Wassertropfen: Eine Pipette bedienen.
Mit Apothekenpipetten, Wasser und einer Unterlage aus einer umgedrehten Seifenunterlage lässt sich eine kurzweilige Aufgabe erstellen. Das Wasser soll dabei in die runden Saugnäpfe gelegt und am Ende mit der Pipette wieder aufgenommen werden. Hierbei geht es wieder um die Beweglichkeit zwischen Daumen und Zeigefinger und natürlich auch um die Hand-Auge-Koordination.

Der Umgang mit der Pipette erfordert viel Geschick. (Foto: Nova)

Fädelkarte: Mit Schnürsenkeln auf und ab fädeln – dieses Spiel kannte ich noch aus meiner eigenen Kindheit. Für manche Kinder ist das aber gar nicht so einfach und trainiert nebenher vor allen Dingen auch die Ausdauer.

Beim Fädeln werden nicht nur Hand-und Fingermuskulatur trainiert, sondern auch Ausdauer. (Foto: Nova)

Strohhalme: Die Strohhalme müssen quer durch das löcherte Gefäß gesteckt werden, damit sie auf der anderen Seite wieder herauskommen. Das ist vorwiegend für die Hand-Auge-Koordination wichtig.

Bei der Strohhalm-Übung ist gute Koordination gefragt. (Foto: Nova)

Bügelperlen: Bunte Spaghetti aus Bügelperlen – das ist das optische Ziel bei dieser Übung und macht fast allen Kindern Spaß. Dazu wird ein Stück Knete als Stopper an die Spaghetti gedrückt und der Reihe nach bunte Perlen aufgesteckt. Ganz so einfach ist es dann aber doch nicht. Hier zeigen sich häufig am deutlichsten Schwächen in der Feinmotorik, denn die Perlen sind nicht immer leicht zu greifen.

Das Aufstecken der Perlen ist gar nicht so leicht. (Foto: Nova)

Knete, biegen: Für diese beiden Stationen habe ich mich der Knet- und Biegeplüschkarte aus dem Zaubereinmaleins bedient. Die Vorlagen habe ich laminiert und zur freien Auswahl bewerkstelligen lassen. Beides zielt auf die Handmotorik im Allgemeinen und erfordert nicht ganz so viel Konzentration wie die schwierigeren Stationen.

Feinmotorikübungen weiter nutzen

Alle Stationen sind auch nach dem Arbeiten mit dem Laufpass im Feinmotorikbereich gelagert.

Das Feinmotorikregal. (Foto: Nova).

Hinzu kamen noch weitere spielerische Aufgaben:

Grüne Wiese: In ein Plastikgras-Viereck werden kleine Mosaikplättchen geschüttet. Diese sollen dann mit einer Pinzette aus dem Gras herausgeholt werden.

Die grüne Wiese mit den Mosaikplättchen. (Foto: Nova)

Schleife binden: Aus einem Schuhkarton und einem dicken Seil habe ich eine Schleifenstation gebastelt. Man glaubt gar nicht, wie viele Kinder das Schleife binden noch üben möchten.

So sieht der Schleifenkarton aus. (Foto: Nova)

Holzschrauben: Auf dem Flohmarkt habe ich Konstruktionsspielzeug aus Holz gefunden. Hierbei können Räder, Leisten, Schrauben, Muttern etc. zu neuen kreativen Fahrzeugen etc. zusammengebaut werden. Das ist nicht nur beliebt in der Freiarbeit, sondern schult vor allen Dingen auch die Beweglichkeit im Handgelenk.

Habt ihr noch weitere Ideen zur feinmotorischen Unterstützung? Schreibt mir gern in die Kommentare, welche Übungen bei euch sehr beliebt sind. Ich ergänze meine eigene Sammlung sehr gern um weitere Aspekte.

Schnuffi, der Grundschulschnüffler, hält hier ausgesuchte Materialien und Informationen für euren Schulalltag bereit:


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