So betrachten wir Kunstwerke im Unterricht

Eigentlich klingt es ja ziemlich banal und als ich meinen Schülerinnen und Schülern sagte: „Heute lernen wir etwas über einen besonderen Künstler und schauen uns anschließend seine Kunstwerke genauer an.“, da wurde erst einmal laut gestöhnt. Eine Schülerin fragte mich tatsächlich zurück: „Was hat das denn mit Kunst zu tun?“

Künstlerbiographie

Tatsächlich nahmen meine Drittklässler an, dass im Kunstunterricht nur gemalt und gestaltet werde. Immer was anderes und immer mit anderen Mitteln. Da musste ich erklären, dass der Kunstunterricht nicht nur daraus bestehe. Es ist auch wichtig, Künstler und ihre Biographien kennenzulernen. Denn die Kunstwerke haben auch immer etwas mit dem Künstler zu tun. Manche Kunstwerke können dann besser verstanden werden. Auch ist es wichtig zu verstehen, dass die Kunstwerke, die die Kinder schaffen, auch etwas mit sich selbst zu tun haben.

Vincent Van Gogh

Wir nahmen uns den berühmten, holländischen Künstler Vincent Van Gogh vor und arbeiteten seinen Lebenslauf heraus. Dabei staunten die Kinder nicht schlecht. Zu seinen Lebzeiten wurden seine Kunstwerke überhaupt nicht geschätzt und nicht verstanden. Er konnte also kaum von seiner Kunst leben und heute gehören seine Bilder zu den berühmtesten und teuersten. Die Anerkennung und Achtung kam also erst viel später nach seinem Tod.

Bildbetrachtung

Bevor es nun an die Kunstwerke ging, stellte ich ein paar Regeln auf:

1.  Ich sehe mir das Bild genau und leise an.
Das ist am Anfang nicht immer ganz einfach, vor allem wenn die Schülerinnen und Schüler es vorher noch nicht gemacht haben. Meist möchten sie sofort rein rufen, was sie sehen. Daher ist dieser Schritt umso wichtiger. Denn oft fällt einem nach näherem Betrachten noch mehr auf.

2.  Ich sehe… Ich erkenne… Mir fällt auf…
Ein paar Leitsätze vorgeben hat sich in meinen Augen als gut bewährt. Denn so fällt es vielen nicht schwer, einen Anfang zu machen und sie posaunen nicht als erstes hinaus, wie ihnen das Bild persönlich gefällt. Wir versuchen das Bild zu beschreiben, alles was wir sehen bis ins kleinste Detail.

3.  Das Bild gefällt mir (nicht), weil…
Aber auch die eigene Meinung zu dem Kunstwerk ist wichtig und geschätzt. Die Kinder sollen erkennen, dass sie nicht alle einer Meinung sind. Insbesondere in der Kunst gibt es viele Ansichten. Bei Van Gogh ist das den Kindern sehr deutlich geworden. Denn die meisten kannten sein Werk „Sonnenblume“ bereits und fanden es toll. Doch vor dem Hintergrund, dass zu seinen Lebzeiten diese Kunstwerke nicht geschätzt wurden, erkannten sie, wie unterschiedlich Meinungen über Kunstwerke ausfallen können.

Kunstwerke in einer bestimmten Reihenfolge zu betrachten, kann sehr hilfreich sein. (Foto: Sophie)

Nachdem wir uns einige Kunstwerke in der Reihenfolge angeschaut haben, haben wir daraufhin angefangen zu einem seiner Werke künstlerisch aktiv zu werden. Dazu erzähle ich euch mehr in meinem nächsten Beitrag. Insgesamt hat mir diese Vorgehensweise sehr gut gefallen und ich kann mir gut vorstellen, noch zu anderen Künstlern so zu arbeiten.

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