Plastiktüten – das Ende einer Erfolgsgeschichte

Ein Jahreswechsel ist immer verbunden mit einem Rückblick auf das vergangene Jahr einerseits und mit Änderungen und neuen Vorschriften für das neue Jahr andererseits. Die allermeisten Änderungen für das Jahr 2022 haben für die Grundschulkinder wenig oder gar keine Bedeutung. Abgesehen von einer Ausnahme: Das Verbot der Plastiktüte. Und genau darum geht’s heute.

Geschichte

1961 kam die erste Plastiktüte als Einkaufsbeutel auf den Markt. Und damit begann eine beispiellose „Erfolgsgeschichte“. Erdöl, der Rohstoff für die Plastiktüte, war damals sehr günstig. Außerdem war die Plastiktüte stabil und wasserfest. An der Kasse gab es die Plastiktüten als Verpackungshilfe umsonst. In der Folge stiegen nicht nur die Umsätze der Händler und Kaufhäuser, sondern auch die Verbreitung der Plastiktüte nahm rasant zu. Im Durchschnitt verbrauchten die Deutschen bis zu 70 Plastiktüten im Jahr.

Aufgrund eines gestiegenen Umweltbewusstseins und gestiegener Erdölpreise ging die Verbreitung der Plastiktüte vor allem in den letzten Jahren deutlich zurück. Das lag vor allem an dem Erdölverbrauch und zum anderen an der stark steigenden Abfallmenge und der Vermüllung. Fast überall, egal, ob auf der Straße, im Wald, aber auch in den Ozeanen und selbst in den Mägen von Walen, Fischen und Vögeln kann man mittlerweile Plastik (-tüten) finden.

Deshalb hat der Gesetzgeber ab dem 1. Januar 2022 ein Verbot für Plastiktüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern erlassen. Zulässig sind jetzt nur noch besonders stabile Mehrweg-Plastiktüten und besonders dünne Plastiktüten in der Obst- und Gemüseabteilung.

Plastiktüten für den Einstieg nutzen. (Foto: Ralph)

Schulische Umsetzung

Am besten finde ich einen Einstieg mit Hilfe eines stummen Impulses. Die ganze Klasse sitzt im Stuhlkreis, in der Mitte liegt ein großer Haufen mit Plastiktüten. (Anmerkung: Eventuell können die Schülerinnen und Schüler auch Plastiktüten mitbringen). In den meisten Fällen melden sich die Kinder mit ihren eigenen Ideen zu Wort.
Falls sich die Schülerinnen und Schüler nicht spontan zu den Plastiktüten äußern, müsstet ihr das Unterrichtsgespräch, mit Hilfe geeigneter Fragen, in die gewünschte Richtung leiten.

Folgende Fragen sind möglich:
Woher stammen diese Plastiktüten?
Aus was werden Plastiktüten gemacht?
Wofür werden sie gebraucht?
Was passiert nach dem Gebrauch mit den Tüten?
An welchen Orten kann man Plastiktüten finden?
Was passiert, wenn eine Plastiktüte im Wasser landet?
Gibt es mögliche Alternativen zur Plastiktüte?

In diesem Zusammenhang sollte auch erwähnt werden, dass auch Plastikgeschirr und andere Kunststoffprodukte, wie z.B. Wattestäbchen aus Kunststoff, mittlerweile verboten sind.

Zum Abschluss dieses Themas bietet es sich an, wenn ihr mit euerer Klasse einen Film anschaut. Darüber zu reden ist die eine Seite, das Problem mit eigenen Augen zu sehen, die andere Seite. Folgende Filme bieten sich beispielsweise hierfür an:

https://www.youtube.com/watch?v=WtjQvEnmnFo
https://www.youtube.com/watch?v=VrhjVHOiSkQ
https://www.youtube.com/watch?v=QpGZVIDuuyI

(Sämtliche Inhalte der bereitgestellten Links wurden nach bestem Gewissen überprüft.)

Bei dem letzten Film stellt ein U-Boot einen Tieftauch-Weltrekord in den Marianengraben auf. Und selbst in mehr als 11 000 Metern Tiefe kann man Plastiktüten finden. Dies sollte allen, nicht nur den Erwachsenen, sondern auch den Kindern zum Denken zu geben. Und genau darum geht es: ein Bewusstsein dafür zu schaffen.

In der Erarbeitungs- oder Abschlussphase bietet es sich an, über Alternativen zu Plastik (-tüten) und mögliche Lösungswege nachzudenken. Das könnte in Partner- oder Gruppenarbeit geschehen. Oder auch als Aufgabe für zu Hause.

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Wie Kinder zu einem verantwortungsvollen und sparsamen Umgang mit Plastik geführt werden können:


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