Lernen mit Pfötchenhilfe (2): Der Schulhund-Ordner mit Hygieneplan

Der Schulhund sitzt vor der Tafel und blickt in ein Buch.

Bevor ein Schulhund den Unterricht begleiten darf, muss ein Hygieneplan erstellt werden. (Foto: Isis)

Ein Hund, der in die Schule geht, darf dies nicht mit leeren Pfoten tun. Er  muss einen dicken Ordner mitbringen, den er jederzeit jedem zeigen kann. Dieser Ordner enthält das Schulhund-Konzept, Aus- und Fortbildungsnachweise von uns und vor allem Unterlagen, die dem Nachweis der Gesundheit und der Hygiene dienen: den sogenannten Hygieneplan.

 

Ziel des Hygieneplans ist es, mögliche Infektionsübertragungen vom Mensch auf den Hund und umgekehrt, zu minimieren. Als Rechtsgrundlage dienen §36 Infektionsschutzgesetz, BGV C8 (UVV Gesundheitsdienst), §41 und §46 Allgemeine Schulordnung.

  1. Einleitend sollte im Hygieneplan kurz dargestellt werden, wie und mit welchem Ziel der Hund in der Schule eingesetzt wird. Des Weiteren sollte ein Ansprechpartner und die Rechtsgrundlage genannt werden.
  2. Der Hygieneplan unseres Schulhundes Sonho beinhaltet außerdem eine kurze Dokumentation über sein Wesen, seinen Ausbildungsstand und den Umgang mit ihm.
  3. Ein weiterer Punkt ist die Zugangsbeschränkung für die Küche und die Essbereiche. Auch Kindern mit Allergien und religiösem Hintergrund sollte an dieser Stelle des Hygieneplans berücksichtigt werden (Kontakt vermeiden).
  4. Für die meisten Hundebesitzer selbstverständlich, aber auch nicht außer Acht zu lassen, ist der Punkt der Tierpflege, unter dem die Integration in die Familie, artgerechte Haltung und Pflege des Hundes zu nennen sind.
  5. Die Reinigung und Desinfektion sollten im Hygieneplan ebenfalls aufgeführt werden. Dieser Abschnitt beinhaltet, was Sonho neben dem Schulhund-Ordner mitbringen muss. Einen Lappen für Schlabbereien und Missgeschicke, ein Handtuch für die Verwandlung von Straßen- in Schulhund-Pfötchen und Desinfektionsspray sollten immer zur Pfote bzw. zur Hand  sein. Ein kleiner Tipp: Ein Sack Katzenstreu hat mich schon das ein oder andere Mal gerettet (weniger bei Missgeschicken von Sonho). Malheure in flüssiger oder halbflüssiger Form, die auch für den Hund unangenehme Folgen haben können, können schnell hygienisch beseitigt werden.
  6. Zu Sonhos Leidwesen müssen auch seine Leckereien und Utensilien unter Verschluss gehalten werden und regelmäßig gereinigt werden. Auch das Händewaschen nach jedem Kontakt mit dem Hund sollte erwähnt werden. Ich habe zusätzlich Handdesinfektionsmittel in der Klasse stehen, sowohl zum Schutz der Kinder, aber auch für Sonhos Gesundheit.
  7. Komplettiert wird der Hygieneplan durch ein tierärztliches Gesundheitszeugnis, ein Entwurmungsprotokoll, ein Protokoll zur Ektoparasitenprophylaxe (Zecken und Flöhe), die Kopie des Impfausweises, und den Versicherungsnachweis.

Weitere tierärztliche Unterlagen für den Schulhund

Das tierärztliche Gesundheitszeugnis, das dem Hund eine gute allgemeine gesundheitliche Verfassung bescheinigt, sollte mindestens ein Mal im Jahr vom behandelnden Tierarzt erneuert werden. Jeder Schulhund muss laut Ministerium für Schule und Weiterbildung des Landes Nordrhein-Westfalen  (Handreichung – Rechtsfragen zum Einsatz eines Schulhundes, September 2015) über die grundlegenden Impfungen (Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirus, und Leptospirose) verfügen und diese anhand des Impfausweises jederzeit nachweisen können.

Zur Vermeidung von Infektionskrankheiten und Parasitenbefall sind ein Entwurmungs- und Ektoparasitenprophylaxeprotokoll (Zecken und Flöhe), unterzeichnet durch den Tierarzt, zu führen. Alternativ können auch die Rechnungen abgeheftet werden.

Um auf Nummer sicher zu gehen und eine bessere Übersicht zu gewährleisten, habe ich zu dem eigentlichen Hygieneplan in Textform eine Tabelle (Hygieneliste) angefertigt. Alle Unterlagen könnt ihr euch unter diesen Links anschauen:

Die Fortsetzung zu diesem Beitrag erscheint in wenigen Tagen … 🙂

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