Kunst mit Naturmaterialien (2): Fantasiewesen aus „Wingertsknorzen“

Bei der Planung meines Kunstunterrichtes überlege ich immer wieder, wie man vor allem den gestalterischen, den bildnerisch-kreativen Aspekt verwirklichen kann, denn oftmals entstehen im Rahmen des Kunstunterrichtes Bilder auf Papier, die letztendlich in den Sammelmappen verschwinden. Leider sind die dafür benötigten Materialien oftmals recht teuer.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden, vorwiegend Material zu nutzen, dass die Natur bzw. die Umgebung unserer Schule uns bietet. Da unsere Schule inmitten eines der größten Weinanbaugebiete Deutschlands liegt, kam mir die Idee, mit alten Rebstöcken im Kunstunterricht zu arbeiten.

Fantasiewesen aus „Wingertsknorzen“

Im Laufe des Jahres werden zahlreiche Weinberge gerodet, um diese neu anzupflanzen. Dabei fallen Unmengen an alten Weinstöcken an, die durch die Jahre und den damit verbundenen Rebschnitt zum größten Teil knorrig interessanten Wuchs aufweisen: Sie sind meiner Erfahrung nach geradezu prädestiniert dafür, sie zu Fantasiewesen umzumodellieren. Dies erprobte ich zunächst in einer altersgemischten Gruppe (Klasse 1 bis 4) im Rahmen der Projektwoche, setzte diese Idee jedoch auch schon im Kunstunterricht einer vierten Klasse durch.

Was wird benötigt:

  • Alte Rebstöcke, bei uns „Wingertsknorze“ genannt
  • Gartenscheren oder kleine Handsägen
  • Drahtbürsten
  • Gipsbinden
  • Pinsel
  • Acrylfarben
  • Lack

Der Aufwand für die Lehrkraft ist gering, denn jede Schülerin und jeder Schüler in unserer Region ist in der Lage, einen eigenen „Wingertsknorzen“ ganz nach eigener Vorstellung zu beschaffen.

Voller Begeisterung machten sich nun meine Schülerinnen und Schüler an die Arbeit: Mit Hilfe von mitgebrachten Drahtbürsten schrubbten sie das lose, bastartige Rindenmaterial der Rebstöcke ab.

Mit viel Fleiß und Eifer bearbeiteten die Kinder die Rebstöcke. (Foto: Hanna)

Entfernen loser Rinde

War dieser Arbeitsschritt geschehen, ging es auch schon ans Modellieren: Mit Gips wurden Hörner angesetzt oder „Schnauzen“ verlängert und mit der Schere und der Säge das entfernt, was nicht in die Vorstellung passte – und nach und nach entstanden die unterschiedlichsten, fantasievollen Fabelwesen, die, nachdem der Gips getrocknet war, möglichst ordentlich mit Acrylfarben angemalt wurden.

Eine Schicht glänzenden, wetterfesten Lacks macht die Fantasiewesen wasserabweisend, und damit auch als Dekorationsobjekt im Garten nutzbar.

Am Ende entstanden die unterschiedlichsten fantasievollen Fabelwesen. (Foto: Hanna)

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