Der Herbst, der Herbst, der Herbst ist da!
– eine musikalische Fahrt in den Herbst

Wie paradox es ist, jahreszeitliche Themen zu unterrichten, während das Wetter Kapriolen schlägt, konnte ich in diesem Sommer in hohem Ausmaß erfahren. Aus dem täglichen Leben kennen wir es, wenn schon kurz nach Weihnachten die Osterhasen in den Geschäften oder schon im November die Tannenbäume geschmückt sind…
Und so beginnen wir mit dem Einstudieren von Herbstliedern auch nicht erst zum Herbstbeginn, ebenso wie die Weihnachtsbasteleien nicht erst zu Weihnachten entstehen.

Erschwerende Rahmenbedingungen…

Diesmal fällt es besonders schwer, zwar im kalendarischen Herbst, aber bei sommerlichen Temperaturen, die Herbstlieder einzuüben. Aber wie an jeder Schule gibt es auch bei uns Rituale und Bräuche, die wir bedienen wollen.

…zunutze machen

Das alljährliche Herbstsingen gehört dazu. Alle Klassen treffen sich am ersten Tag nach den Herbstferien in der Aula und singen gemeinsam oder bieten auch individuelle Vortragsstücke einzelner Klassen dar – je nach Vorbereitung und Interesse der Klasse. Da wir jedes Jahr ein möglichst neues Liederrepertoire aufbauen, habe ich es mir in meinen Chorklassen dieses Jahr zunutze gemacht, weniger auf den Text einzugehen als vielmehr die Stimmen zu schulen und die Melodien einzuüben.

Der Herbst bietet viele Anlässe zum gemeinsamen Singen und Musizieren. (Foto: Igor Kisselev/AdobeStock)

Von der Melodie zum Inhalt

Die Texte sind unbekannt und ich kann mich der Melodie widmen. Die Schüler bekommen keinen Liederzettel und lernen die Melodie durch die klassische Papageienart. Vorsingen und Nachsingen. Ich nutze dazu die Silben „no“. Einsätze und Intervalle werden geübt und je nach Klassenstufe weitere musikalische Parameter wie Lautstärke oder Tempi. Sitzt die Melodie, nehme ich mir kurz Zeit für den Text. Dadurch steht das Neue, das Unbekannte nicht sofort im Zusammenhang mit der kalendarischen Jahreszeit Herbst, während draußen noch hohe Temperaturen herrschen.

Die nächste Stunde beginnt mit dem Singen der Melodie auf den Liedtext „no“ und nun teile ich die Liedzettel aus. Von Woche zu Woche kommen wir dem gefühlten Herbst näher und nun wird auch der Text beachtet. Da die Melodie oft schon sitzt, können wir neben der Textverteilung auch dem Inhalt Aufmerksamkeit schenken. Sehr schnell fallen den Kindern Bewegungen zu einzelnen Phrasen ein. Ich bin zuversichtlich, dass das Herbstsingen nach den Ferien wieder Freude machen wird.

Weitere pfiffige Ideen und Materialien für den Musikunterricht findet ihr in diesem Extra-Heft von "Praxis Grundschule":


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.