Glücksunterricht (2): Achtsamkeitsrituale

In meinem ersten Beitrag habe ich davon berichtet, wie wir im Religions- und Ethikunterricht in das Thema „Glück“ eingestiegen sind. Die Kinder hatten dabei eine kleine Hausaufgabe: Sie sollten über die Woche hinweg ihre persönlichen Glücksmomente aufschreiben. Die Ergebnisse wurden in unserer „Glücksmomente-Box“ gesammelt.

Ein Ritual zu Stundenbeginn:
Was hat mich diese Woche glücklich gemacht?

Zum Einstieg in unsere Religions- und Ethikstunde haben wir unsere Box geöffnet und die Glücksmomente der vergangenen Woche vorgelesen. Dabei haben die Schüler:innen sehr unterschiedliche Erfahrungen aufgeschrieben: Bei einem Kind gab es beispielswiese das Lieblingsessen, jemand anderes durfte bis 19 Uhr draußen spielen. Ein Schüler hat ein neues Mäppchen bekommen. Häufig nannten die Kinder aber auch Erlebnisse mit ihren Eltern: „Papa musste diese Woche abends nicht arbeiten und hat mir eine Gute-Nacht-Geschichte vorgelesen“.

Unsere Glücksmomente. (Foto: Sina)

Und wie schaut es aus mit den Glücksmomenten in der Schule?

Ziel der Glückseinheit war jedoch nicht nur, dass die Kinder allgemein über Glück in ihrem Leben nachdenken. Ich wollte mit der Sequenz auch dafür sorgen, dass die Schüler:innen mehr Glücksgefühle im Schulalltag haben bzw. diese bewusster wahrnehmen. Deshalb sollten sie sich im nächsten Schritt mit der Frage auseinandersetzen: Hatte ich heute in der Schule schon einen Glücksmoment? Auch hier gab es kaum ein Kind, dem nicht mindestens ein Erlebnis eingefallen ist, über das es sich heute schon gefreut hat. Sei es über ein Lob der Lehrkraft oder weil die Nachbarin etwas von ihrem leckeren Pausenbrot abgegeben hat.

Im Gespräch kamen die Kinder auch zu einer wichtigen Erkenntnis: Oft sind es die kleinen Gesten und Worte, durch die man sich besser fühlt und die für einen kleinen Glücksmoment im Alltag sorgen. Und: Diese Momente sind eigentlich gar nicht so selten! Wir vergessen sie nur oft viel zu schnell wieder.

Ritual II: Glücksmomente zählen

Um für die Kinder greifbar zu machen, wie häufig sie ein kleines Glücksgefühl verspüren, hatten die Kinder wieder eine kleine Wochenhausaufgabe: Jeden Tag Glücksbohnen sammeln! Wie diese Achtsamkeitsübung genau funktioniert, beschreibt meine Kollegin Nova in ihrem Beitrag.

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Mehr positive Rückmeldungen und Komplimente verschiedener Art im Schulalltag tun jedem gut. Wie das gehen kann, erfahrt ihr hier:


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