Geschichten aus dem Alten Testament (3):
Josef und seine Brüder – Teil 2

Die Josefsgeschichte aus dem Alten Testament fasziniert die Schülerinnen und Schüler immer wieder. Sie ist eine der ältesten Geschichten aus der Bibel und doch greifbar für uns heute. Im ersten Teil des Beitrages wurden die ersten drei zentralen Unterrichtsthemen vorgestellt: Josef ist in den Augen seines Vaters ein besonderes Kind und wird gesondert behandelt. Er erhält besondere Geschenke, muss auch nicht auf dem Acker arbeiten und erzählt oft von seinen Träumen, aus denen sein Vater heraushört, dass Gott etwas Besonderes mit ihm vorhat. Für seine elf Brüder ist dies zunehmend nicht zu akzeptieren und so verstoßen sie Josef, verkaufen ihn an vorbeiziehende Sklavenhändler und werden ihn los. Von hier an ist Josef allein auf sich gestellt und landet in Ägypten.

Fortsetzung der zentralen Unterrichtsschritte

4. Josef als Sklave und im Gefängnis: Im Leben von Josef geht es nun abwärts. Zunächst dient er als Sklave, ist sich aber dafür nicht zu schade und erledigt seine Arbeit sorgfältig. Dennoch landet er aufgrund einer Lüge im Gefängnis und ist nun wieder ganz unten angekommen. An diesen Stationen von Josefs Leben können die Kinder ganz eintauchen in seine Gefühlslage: Sie können Gebeten oder Briefe aus seiner Sicht formulieren, Hoffnungen und Wünsche können versprachlicht werden. Es ist hier wichtig, nicht zu sehr in die „düstere Stimmung“ zu verfallen, sondern den Blick zu lenken auf eine hoffnungsvolle Aussicht.

Durch alle Höhen und Tiefen ist Gott bei Josef. Kleine Kerzen auf seinem Weg verdeutlichen dies. (Foto: Sophie; Quelle: Gauer, C.: Bergedorfer Grundschulpraxis Religion 2. Klasse.)

5. Josef der Traumdeuter: Und tatsächlich bringt seine Gabe ihn weiter, denn im Gefängnis deutet er die Träume anderer, bis er schließlich zwei besondere Träume des Pharaos richtig deutet. Träume faszinieren Kinder. Die des Pharaos können wieder schön gemalt und beschrieben werden. Vielleicht erzählen die Kinder auch von ihren eigenen Träumen?

6. Josef an der Seite des Pharao: Nun folgt Josefs großer Aufstieg und er bekommt vom Pharao viel Macht übertragen, um das Volk durch die guten und schlechten Jahre zu begleiten. Denn so hat es Josef im Traum des Pharaos gesehen. An dieser Stelle ist es schön einen kleinen Zwischenstopp zu machen und den Lebensweg des Josefs einmal genauer zu betrachten. Vieles ist bis hierhin passiert. Wo war nun Gott überall mit Josef auf seinem Weg?

7.  Das Wiedersehen und die Versöhnung: Auch wenn es für Josef zunächst nicht einfach ist, seinen Brüdern zu vergeben, freut er sich doch über ihre Ankunft in Ägypten. Das Wiedersehen und die Versöhnung kann schön in einem kleinen „Klassenfest“ gefeiert werden. Beispielsweise durch ein gemeinsames Frühstück. Es gibt zudem schöne Versöhnungslieder, die hier gesungen werden können. Die mitreißende Josefsgeschichte nimmt ein schönes Ende und die Kinder freuen sich mit Josef über die Versöhnung. Sie können von eigenen Versöhnungsgeschichten berichten und wissen, was für ein schönes Gefühl sich im Herzen ausbreitet, wenn Menschen einander vergeben.

Durch viele Bilder und Anschauungsmaterial wird die Geschichte für die Kinder zugänglich. (Foto: Sophie; Quelle: Gauer, C.: Bergedorfer Grundschulpraxis Religion 2. Klasse.)

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Kinder erleichtert über den Abschluss der Geschichte sind, aber auch traurig zugleich, da die Erzählung sie nun über mehrere Wochen begleitet hat. Hier kann ein kleiner Ausblick ein wenig Trost schenken. Denn die nächste alttestamentliche Geschichte handelt von Mose, die ihren Ursprung in der Josefsgeschichte hat. Die Geschichte hat also eine Fortsetzung, auf die sich die Kinder (und auch die Blogleser) freuen dürfen! 🙂

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