Sich eine Geschichte ausdenken und sie in vier Bildern drucken

Polyblockplatten (das ist dünnes Styropor) sind hervorragend geeignet für die Herstellung von Druckstöcken, besonders auch in der Grundschule. Sie sind im Handel in ca. DINA 4 erhältlich, lassen sich leicht mit der Schere schneiden, sodass beliebige Druckformate möglich sind.

Bemerkungen zum Material

Die Bilder, die ihr unten sehen könnt, sind auf Papier in der Größe von 30 cm x 15 cm im Querformat gedruckt. Die Polyblockplatten wurden auf 21 cm x 14 cm zugeschnitten, sodass nach dem Druck noch Platz ist, die Geschichte zu den Bildern zu schreiben.

Für das Titelbild des Buches wurde ein Streifen von 27 cm x 6 cm aus einer Polyblockplatte zugeschnitten. Das Papier sollte fester sein als das im Malblock, also am besten Aquarellpapier verwenden.

Das Titelbild zur fiktiven Geschichte „Der Bauernhof. (Foto: Herta)

Ansonsten braucht ihr noch schwarze Linoldruckfarbe, eine Plastiktüte, eine Farbwalze, Bleistift und Papier im Format 30 cm x 15 cm für die Entwürfe, einen Kugelschreiber und einen dekorativen Papierstreifen für die Bindung, etwa 8 cm x 15 cm. Das könnte ein Stück Tapete sein aus einem Musterkatalog. Der Streifen für die Bindung wird mit Alleskleber aufgeklebt, nachdem die Bilder des Buches mithilfe eines Tuckers an der linken Seite zusammengeheftet worden sind.

Eigene Versuche

Wenn das Drucken mit den Styroporplatten gelingen soll, erfordert auch diese Technik ein wenig Übung. Am besten also, ihr probiert erstmal selbst, wie das geht.

Dazu könnt ihr euch eine kleine Platte, z. B. in DIN A6 zuschneiden und ein einfaches Motiv mithilfe des Kugelschreibers eindrücken (damit könnt ihr euch Karten drucken). Dabei ist es wichtig, dass ihr die Linien langsam zieht, sonst reißt das Styropor, und nicht zu flach und nicht zu tief eindrückt. Sind die Linien zu flach, läuft die Farbe rein und der Druck gelingt nicht. Sind die Linien zu tief, kann es Löcher geben. Das macht aber mitunter nichts, auch wenn es befremdlich aussieht.

Die wasserlösliche Linoldruckfarbe wird auf eine Plastiktüte gegeben, auf der dann mit der Farbwalze hin und her gerollt wird, bis die Farbe schön gleichmäßig auf der Walze verteilt ist. Auf die vorbereitete Druckplatte wird mit der Walze die Farbe gleichmäßig aufgebracht.

Die so vorbereitete Polyblockplatte wird an einen sauberen Platz gelegt, das Druckpapier kommt oben drauf und mit der flachen Hand fährt man mit leichtem Druck gleichmäßig über das Papier, also auf der Seite, die später die Rückseite ist.

Wenn das klappt, seid ihr bestens auf den Unterricht vorbereitet, denn ihr kennt euch aus und könnt den Schülerinnen und Schülern helfen.

Geschichte ausdenken

Die Schülerinnen und Schüler erhalten die Aufgabe, sich selbst eine Geschichte auszudenken, die dann für ein Buch mit vier Seiten (plus Titel) gedruckt wird. Also eine Geschichte in vier Bildern muss es nicht unbedingt sein, aber wenn es mehr Bilder sind, wird es ein zeitaufwändiges Projekt. Manche Kinder werden gerne ihre Geschichte erzählen wollen, das sollte man ihnen ermöglichen. Dabei können sich bei den anderen Kindern Geschichten in ihrer Fantasie entwickeln.

Die vier Bilder der Geschichte sollten die Schülerinnen und Schüler zuerst auf Schmierpapier aufzeichnen. Es ist sinnvoll, wenn das Schmierpapier die Größe des Druckformates hat, dann lässt es sich leichter auf die Polyblockplatte übertragen – auch wenn die Entwürfe eigentlich nur nebendran gelegt und abgemalt werden.

Eine Schülerin hat sich folgende Geschichte ausgedacht:

1.  Eine Stute geht spazieren und hat sich verlaufen.

Foto: Herta

2.  Sie findet ein neues Zuhause auf einem Bauernhof mit einer freundlichen Frau.

Foto: Herta

3.  Dort bekommt sie ein Fohlen und die andere Stute weint und geht weg.

Foto: Herta

4.  Sie lernt einen Hengst kennen, verliebt sich und hat selbst ein Fohlen.

Foto: Herta

Drucken

Die Bilder der ausgedachten Geschichte werden auf die Polyblockplatten mit Kugelschreiber übertragen und dann geht es weiter wie oben beschrieben, bis alle Bilder gedruckt sind.

Danach muss noch das Titelblatt gedruckt werden. Es kann wie in diesem Beispiel ein Polyblockstreifen mit Blättern versehen werden. Dieser Fries wird dann auf ein Blatt mit den Maßen 30 cm x 15 cm ein Mal am oberen Rand und ein Mal am unteren Rand gedruckt. In der Mitte bleibt Platz für den Titel des Buches, „Der Bauernhof“. Die bedruckten Blätter müssen trocknen. Danach können sie zum Buch „gebunden“ werden.

Wer will, kann die Bilder seines Buches am Ende noch mit Buntstiften kolorieren, soweit das eben den Linien entlang möglich ist. Das ist besonders auch eine sinnvolle Aufgabe für die Schülerinnen und Schüler, die schnell fertig sind mit ihrer Aufgabe.

Es gibt noch weitere Möglichkeiten, Schrift und Druck miteinander zu verbinden und dabei kreative Prozesse anzuregen. Eine Unterrichtsidee dazu findet ihr hier:


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