Was kann man gegen das Bienensterben
machen?

In diesem Sommer war viel von den Wespen bzw. von einer „Wespenplage“ die Rede. Dabei gerieten die Bienen bzw. das Bienensterben fast ganz in Vergessenheit.
Und das, obwohl die Vereinten Nationen den 20. Mai 2018 erstmals zum Weltbienentag erklärt haben. Daran änderte auch die spektakuläre Aktion eines Lebensmitteldiscounters in Hannover im Mai dieses Jahres nur sehr wenig. Über Nacht wurden aus den Regalen alle Produkte entfernt, die es ohne die Bienen bzw. ohne die Bestäubung durch die Bienen gar nicht geben würde: Viele Obst- und Gemüsesorten, Säfte, aber auch sehr viele Produkte, von denen man es gar nicht erwarten würde (z. B. Schokolade, Tiefkühlkost, Babykost, Pflegeprodukte, Kleidung aus Baumwolle).
Ungefähr 60 Prozent der 2 500 Artikel wurden dabei aus den Regalen genommen.

Diese Aktion zeigt, wie immens wichtig die (Wild-) Bienen sind.

Was sind die Ursachen?

Die Zahl der Wildbienen sinkt immer weiter. Genau genommen, ist es aber kein Bienensterben, sondern eher ein Rückgang bzw. ein Schwund. Mittlerweile stehen 230 Wildbienenarten auf der Roten Liste der gefährdeten Arten. Übrigens sind die Honigbienen davon nicht betroffen.

Was sind die Gründe für den Rückgang? Darüber sind sich die Wissenschaftler nicht ganz im Klaren. Zwei Gründe gelten aber als ziemlich wahrscheinlich. Durch die industrielle Landwirtschaft und die zunehmende Versiegelung von Flächen (durch Häuser, Straßen usw.) werden der Lebensraum und das Nahrungsangebot für die Wildbienen immer geringer. Hinzu kommt, und das ist der zweite Grund, der Einsatz von Schädlingsvernichtungsmitteln und Pestiziden.

Wie kann man dieses Thema im Unterricht behandeln?

Vielen Schülerinnen und Schülern ist sicherlich nicht klar, dass es zwischen den Honig- und den Wildbienen einen Unterschied gibt. Deshalb solltet ihr im Unterricht zunächst den Unterschied besprechen. Die Schülerinnen und Schüler sollen aber nicht nur den Unterschied, sondern auch die Gefahren und Probleme im Zusammenhang mit dem Bienensterben kennen und dafür sensibilisiert werden. Erst wenn die Zusammenhänge klar sind, ist es sinnvoll, dass ihr euch im Unterricht überlegt, was man gegen das Bienensterben tun kann.

Aber was kann man tun? Drei Möglichkeiten sind besonders sinnvoll, da ihr sie eventuell sogar in der Schule selbst umsetzen könnt.

Was könnt ihr gegen das Bienensterben machen?

  • Den Wildbienen fehlt es nicht nur am Lebensraum, sondern auch am Nahrungsangebot. Deshalb wäre es super, wenn ihr, sofern ihr die Möglichkeit (auf dem Schulgelände) habt, eine Blumenwiese anlegen könntet. Das Saatgut kann man in vielen Fachmärkten kaufen.
  • Bei großer Trockenheit haben es die Wildbienen schwer, Wasser zu finden. Deshalb wäre ein Gefäß (z. B. eine Tonschale), das mit Wasser gefüllt wird, sehr hilfreich.
  • Hilfreich wäre aber auch ein Insektenhotel. Ihr könnt es entweder selbst bauen (Bauanleitungen gibt es im Internet), oder die Schule kauft eines oder mehrere Insektenhotels. Die Wildbienen können hier ihre Eier ablegen und nisten.

Durch ein Insektenhotel lernen Kinder über die Lebensweise und Nützlichkeit von Insekten.
(Foto: Ralph)

Darüber hinaus gibt es noch mehrere Möglichkeiten, wie man den Wildbienen helfen kann. Beispielsweise, indem man auf Schädlingsvernichtungsmittel verzichtet oder nur Bio-Produkte aus ökologischer Landwirtschaft kauft.
Aber für die Schule sind die drei oben genannten Möglichkeiten am wichtigsten.

Ich würde mich freuen, wenn euch meine Tipps gefallen haben und ihr das Thema im Unterricht behandeln würdet.

Weitere Ideen und Möglichkeiten, wie ihr die Themen Bienen und Insekten im Unterricht aufgreifen und eure Schülerinnen und Schüler dafür sensibilisieren könnt, findet ihr hier:


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