Fake News im Unterricht

Heutzutage hat (fast) jeder die Möglichkeit, online an Informationen zu gelangen, die noch vor einigen Jahren nicht so ohne weiteres zugänglich gewesen wären. Mit dieser gewaltigen Informationsflut muss man aber auch effizient und verantwortungsbewusst umzugehen wissen.

Diese Fähigkeit, auch Informationskompetenz genannt, meint nicht nur die Kompetenz zur Beschaffung von Informationen, sondern sie besteht auch in der Fähigkeit, die gefundenen Informationen zu selektieren, inhaltlich zu bewerten und zu präsentieren. Nur wer die Suchmaschine kompetent bedienen kann, kann das Internet für das eigene Lernen sinnvoll nutzen. Und genau deshalb üben wir das – wie hier nachzulesen – schon in der Grundschule!

Kritisches Hinterfragen

Zur Informationskompetenz gehört auch die kritische Bewertung der gefundenen Informationen. Die Glaubhaftigkeit einer Quelle zu beurteilen, fällt allerdings auch vielen Erwachsenen schwer.

Ein Bewusstsein dafür, dass nicht alles, was im Internet veröffentlicht wurde (und professionell aussieht) auch der Wahrheit entspricht, kann aber schon in der Grundschule geweckt werden. Ein Beispiel habe ich schon vor einiger Zeit hier im Blog beschrieben: Die Green-Screen-Technik, bei der die Schülerinnen und Schüler durch den Austausch des Fotohintergrunds selbst herausfinden, wie leicht Bilder manipuliert werden können.

Heute möchte ich noch einen Schritt weiter gehen und zeigen, wie mit Kindern täuschend echte Fake News erstellt werden können.

Was sind Fake News?

Fake News sind manipulativ verbreitete, vorgetäuschte Nachrichten, die mit reißerischen Schlagzeilen, gefälschten Bildern und Behauptungen Falschmeldungen vor allem im Internet und in sozialen Netzwerken verbreiten.

Es gibt Seiten, auf denen spielend einfach Seiten erstellt werden können, die „echten“ online Nachrichtenseiten zum Verwechseln ähnlich sehen. Ein Beispiel ist die Seite paulnewsman.com Dort kann man als Gast (ohne Registrierung) Artikel schreiben, die allerdings nur 24 Stunden online bleiben und höchstens zehn Mal angeklickt werden können. Erstellt man als registrierter Nutzer Artikel bleiben diese dauerhaft online.

Durch Eingabe von Schlagzeile, Foto und Nachrichtentext wird eine Nachrichtenseite im authentischen Layout generiert, die sogar per Link geteilt werden kann.

Beispiel: Schwindelgeschichte zum 1. April

Am 1. April darf man schwindeln. Deshalb überlegten sich die Kinder eine Schwindelgeschichte, erstellten ein passendes Foto mit Hilfe der Green-Screen-Technik und verfassten anschließend eine Schlagzeile und den Nachrichtentext.

Ein mit Paul Newsman erstellter Fake-Artikel. (Foto: Verena)

Beispiel: Schuljahresrückblick

Vielleicht habt ihr Lust auf einen Jahresrückblick der etwas anderen Art. Lasst die Kinder doch bei Paulnewsman Artikel über (wahre oder erfundene) Begebenheiten/Unternehmungen/Erlebnisse des Schuljahres erstellen. Die Eltern oder die anderen Klassen können dann versuchen herauszufinden, welche Geschichte wahr und welche erfunden ist.

Tipp

Informiert die Eltern im Vorfeld über den Plan und lasst euch die Erlaubnis geben, dass die Kinder bei Paulnewsman etwas veröffentlichen dürfen.

Bereits in der Grundschule ist es wichtig, dass Kinder selbstständig und kritisch mit Informations- und Kommunikationsmedien umzugehen lernen. Weitere Unterrichtsideen und Materialen dazu findet ihr in diesem Heft:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.