Mit allen Sinnen den ersten Buchstaben auf der Spur

In die Welt der Buchstaben einzutauchen, ist zunächst unfassbar spannend und dann wird’s irgendwann schnell langweilig, vor allem, wenn immer wieder dieselben Methoden bei der Buchstabeneinführung verwendet werden.Die neuen Laute sollen gehört werden, zunächst am Anfang der Wörter, nachher auch am Ende und in der Mitte. Dann sollen die Kinder sie aus anderen Buchstaben herausfiltern können – also optisch diskriminieren und einkreisen. Und natürlich sollen sie sie auch richtig schreiben können – dazu also erstmal nachspuren und die Form entdecken und dann später richtig in die Linien schreiben.

Auf den Buchstabenlehrpfad…

Damit es nicht ganz so öde ist (und ich nicht in gelangweilte Gesichter gucken muss) habe ich einen Buchstabenlehrpfad für den „Buchstabe der Woche“ aufgebaut, in dem alle Bereiche, mal aber auch nur einer, abgefragt werden. Dazu gibt es einen entsprechenden Laufzettel.

Einige Beispiele und beliebte Stationen waren…

  • den Buchstaben an der Tafel nachspuren,
  • dem Partner auf den Rücken schreiben,
  • den Buchstaben tanzen, kneten, in den Sand malen oder mit Muggelsteinen legen,
  • den Buchstaben anhand von Bildkarten heraushören (mit einer Lehrkraft oder einem anderen Helfer),
  • selber ein bis drei Anlautbilder abmalen,
  • den Buchstaben aussprechen und im Mund fühlen (mit Spiegel),
  • den Buchstaben aus einer Menge von Holzbuchstaben heraussuchen und für das nächste Kind wieder verstecken,
  • am Schrank (mit Washi-Tape befestigt) nachspuren ,
  • auf dem Boden (auf Kreppband oder einem Seil) nachgehen.
  • den Buchstaben mit einem Wollfaden nachlegen und festkleben.

Vor allem die letzte Station war sehr beliebt – zeigte aber auch schnell, wer feinmotorische Schwierigkeiten hatte.

Das Lernen neuer Buchstaben muss nicht langweilig sein, sondern kann auch Spaß machen, vor allem wenn sie mit allen Sinnen erfahren werden. (Foto: Mia)

…ab ins Ziel!

Wenn man mit dem Laufplan fertig ist und alle Stationen abgehakt hat, durfte man übrigens durchs „Ziel“ laufen und im Arbeitsheft die entsprechenden Seiten dazu bearbeiten.
Ein netter Nebeneffekt war, dass die Kinder so schon ein bisschen das Stationenlernen kennengelernt haben. Sie lernten, dass man die Station auf dem Laufplan erst dann abhaken darf, wenn man fertig ist, dass es Pflicht- und Wahlstationen gibt (diese habe ich aber erst gegen Ende bei den letzten Lauten/Buchstaben eingeführt), und dass man sich am besten eine Station sucht, wo nicht so viel los ist. Beim „Kneten“ war nämlich zum Beispiel immer eine recht lange Schlange.

Am Ende haben wir dann gemeinsam reflektiert, welche Stationen am meisten Spaß gemacht haben und welche am schwersten waren und warum. Einige von den Stationen lassen sich übrigens auch für die Schreibschrift gut abwandeln. Die ist ja auch nicht für alle Kinder selbsterklärend!

Weitere Tipps und Anregungen, wie ihr Kinder spielerisch beim Schritspracherwerb unterstützen könnt, findet ihr in diesen Heftbeiträgen:


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