Schlagwort-Archive: Lehrerrolle

Vorbereitungsdienst in Teilzeit – Als Mutter im Referendariat

Ich habe erst spät mit dem Lehramtsstudium begonnen und hatte zuvor jahrelang einen anderen beruflichen Weg eingeschlagen. Doch dann machte ich eine Kehrtwende. Mit meiner damals 2,5 jährigen Tochter begann ich ein Studium, eine zweite Tochter kam während der Bachelor-Abschlussphase hinzu. Studium und Familie konnte ich noch gut miteinander verbinden, doch vor dem Vorbereitungsdienst graute es mir.

Ich erfuhr damals von einem Teilzeitmodell und entschied mich recht schnell für das in Niedersachsen angebotene Modell B. Von Seiten der Schule und dem Studienseminar bekam ich gute Unterstützung, so dass ich das Wagnis einging und es bis heute nicht bereut habe. Weiterlesen

Hohe Arbeitsbelastung: Den eigenen Energiehaushalt in den Blick nehmen

Zahlreiche Lehrkräfte bestreiten sehr engagiert den Schulalltag und übernehmen bereitwillig zahlreiche Aufgaben. So auch eine Kollegin, welche kürzlich in meiner Beratungsstunde war. Neben einem gut vorbereiteten, differenziert gestalteten Unterricht, erstellt sie kommissarisch den Vertretungsplan, bereitet Schulfeste vor, arbeitet im Chor mit, betreibt eine Streitschlichter-AG und hat auch noch ein Privatleben. Nicht nur für die angesprochene Kollegin sorgt diese Vielzahl an Aufgaben einerseits für eine subjektive Belastung und anderseits dafür, dass einige Aufgaben nicht ordnungsgemäß, d.h. dem „eigenen Maßstab entsprechend“, erledigt werden. Weiterlesen

Gesundheit im Lehrerberuf: Was du für dich tun kannst (3)

Oft drehen sich meine Gedanken nur um die Schule. Passende und differenzierte Angebote sind oft nicht ganz so einfach aus dem Ärmel zu schütteln. Also fülle ich diese Lücken und gestalte eigene Arbeitsmaterialien. Hinzu kommen die schulischen Veranstaltungen neben dem Unterricht. Ich komme gut und gern auf ein hohes Arbeitspensum. Das geht an die Substanz und die Gesundheit.

Dummerweise gelingt es mir dann nicht, meinen Job als Job zu sehen, der zeitlich begrenzt ist. Aber: Die Schule ist kein 24h-Job! Weiterlesen

Gesundheit im Lehrerberuf: Was du für dich tun kannst (2)

„Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.“

Dieses Zitat von Joachim Ringelnatz trifft wohl den Nagel auf den Kopf und ist der Grund dafür, dass ich im stressigen Lehreralltag gesund bleibe.

Humor unterstützt die Gesundheit

An Tagen, an denen auch das Durchatmen nicht hilft, nehme ich mir mein „Anekdotenheft“ zur Hand. Das ist meine ganz persönliche Sammlung der besten Anekdoten aus meinem Unterricht.

Hier schreibe ich witzige Aussagen, Formulierungen oder gar Fantasiewörter meiner Schülerinnen und Schüler auf, die ich in Schülerarbeiten lese, im Unterricht höre oder in Murmelphasen des Unterrichts aufschnappe. Weiterlesen

Zusammenarbeit von Lehrkräften – Gegen das Einzelkämpfertum

Lehrer sind Einzelkämpfer. Einsame Helden im Kampf gegen das Unwissen und für Bildung. Zumindest könnte man meinen, sie sähen sich gerne so, wenn man einen Blick in die Schulen und Klassenzimmer wirft. (Falls sie einen denn lassen.)

So vieles wird im Geheimen gemacht. Man könnte meinen, Lehrer hätten etwas zu verstecken oder zu verheimlichen. Aber ist das wirklich nötig? Klar, einen Großteil der Arbeitszeit verbringen (deutsche) Lehrer allein vor der Klasse. In der Regel ist kein weiterer Erwachsener im Raum. Kollegen sieht man, wenn man Glück hat, in der Pause oder nach Unterrichtsschluss und das dann meistens nur sehr kurz. Aber muss das so sein? Und muss man das mit seinem Verhalten noch unterstützen und somit eine für alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit verhindern? Da werden Informationen zurückgehalten, Arbeitsblätter gehortet, aber selten geteilt, sich verschanzt, Unterricht wird allein vorbereitet und geplant, nur um dann zu merken, dass man sich hätte absprechen können und vielleicht auch besser hätte absprechen sollen. Besonderes gegenüber Referendaren scheint oft die Einstellung zu herrschen: „Da mussten wir alle mal durch.“ Sollte man nicht aus der eigenen Erfahrung lernen? Können nicht auch noch alte Hasen von den jungen Hüpfern lernen? Machen wir uns es nicht alle unnötig schwer mit dieser Einstellung? Weiterlesen

Kinder an die Macht!? – Über das Weltbild von Kindern

Der gleichnamige Song von Herbert Grönemeyer macht ein mutiges Statement. Aber wie sieht die Welt dieser kleinen Personen aus, denen Grönemeyer die Verantwortung übertragen möchte? Die Macht übergeben wäre vielleicht etwas zu viel, aber unterschätzen wir unsere Schüler nicht auch bisweilen? Was können wir ihnen zumuten?

Die Persönlichkeit

Ein Kind hat noch nicht den Erfahrungsschatz einer erwachsenen Person, logisch. Dies bedeutet auch, dass schon kleine Merkmale ein Kind in seiner Familie, Gruppe, Klasse oder Schule definieren können. So kann einem eine seltene Sammelkarte zu neuem Glanz verhelfen und den sozialen Status scheinbar erhöhen. Aber auch für uns belanglose Erkenntnisse formen die eigene Person, zumindest aus Kindersicht. Weiterlesen

Abschied von den Viertklässlern – Ideen für den Zeugnis-Tag

Endlich fangen auch in Bayern die lang ersehnten Sommerferien an. Lang ersehnt von den Kindern und zugegebenermaßen auch von den Lehrern. Aber auch ein kleiner Wehmutstropfen ist dabei. Der Abschied von meinen Viertklässlern liegt mir im Magen. Ja, sie sind jetzt wirklich groß und reif für die weiterführenden Schulen. Und ja, sie gehen mir gerade in diesen letzten Wochen vor den Ferien ab und zu auch gehörig auf die Nerven. Aber sie sind mir in den letzten beiden Jahren wirklich ans Herz gewachsen. Weiterlesen

Unterrichtsstörungen begegnen: Nimm dir eine Auszeit!

Lange hatte ich über verschiedene Möglichkeiten nachgedacht, wie ich die sich häufenden Unterrichtsstörungen in den Griff bekommen könnte. Da bei einigen Kindern weder positive Anreize noch die Zusammenarbeit mit den Eltern Wirkung zeigte, musste ich nach anderen Wegen suchen.
Unerwartet bekam ich hierbei Unterstützung: Die Schule bekam Stunden für einen Lerncoach bewilligt. Frau H. sollte nun jede Woche eine Stunde in meiner (und natürlich in den anderen) Klassen verbringen. Weiterlesen

Unterrichtsstörungen gehören zum Schulalltag

Wir alle haben unsere Vorstellung von gutem Unterricht: Unterricht, der sich nach unseren persönlichen Maßstäben oder Hilbert Meyers Vorstellungen richtet und dadurch im Idealfall gut wird. Der Titel dieses Beitrags enthält neben dem Begriff Unterricht aber auch noch ein weiteres Wort, die von vielen verachtete, alle Pläne über den Haufen zu werfen vermögende Störung.
Schnell denken wir beim Thema Unterrichtsstörungen an von Schülerinnen und Schülern ausgehende Aktionen, die die Mitschüler vom individuellen Lernerfolg abbringen. Vor allem wird jedoch vom durchstrukturierten Unterricht abgelenkt, und unsere 45 oder 90 perfekt ausgestalteten Minuten erleiden Schaden. Doch, gibt es diese perfekten Minuten überhaupt? Weiterlesen

Heute gibt es Zeugnisse – Ideen für den Zeugnis-Tag

Obwohl Schulkinder normalerweise ziemlich genau wissen, auf welchem Notenschnitt sie stehen, sind sie an Zeugnis-Tagen fast alle unglaublich aufgeregt. Zeugnisse sind etwas Besonderes. Man liest schwarz auf weiß wie „gut“ man in der Schule ist, kann sich vergleichen und oftmals gibt es von Eltern, Großeltern, Onkel und Tanten für gute Noten auch noch eine Belohnung.
In der vierten Klasse entscheidet sich mit dem Übertrittszeugnis sogar die weitere Schullaufbahn.

Ich möchte heute nicht über Sinn und Unsinn von Zeugnissen oder der bayerischen Übertrittspraxis schreiben. Hier könnte man lange diskutieren und abwägen … aber ich alleine habe darauf sowieso keinen Einfluss. Worauf ich aber sehr wohl einen Einfluss habe ist, wie die Kinder den Zeugnis-Tag wahrnehmen und was sie, außer den Noten, mit nach Hause nehmen. Weiterlesen