Schlagwort-Archive: Kooperation

Pinguin-News: Ein Elternnewsletter macht Schule

„Wie war’s in der Schule?“ – „Schön.“ „Gut.“ „Wie immer…“
„Was hast du heute gelernt?“ – „Einen neuen Buchstaben.“ „Eine neue Zahl.“ oder „Hab ich vergessen.“

So ähnlich verlief meine Kommunikation mit meiner nicht gerade erzählfreudigen Erstklässlerin. Dabei interessiert mich das alles brennend! Immerhin unterrichte ich auch gerade eine erste Klasse und bin immer offen für neue Anregungen. Aber nur sehr selten gab es umfangreichere Infos. Das Schulleben meiner Tochter lief damit mehr oder weniger an mir vorbei. Weiterlesen

Gruppenarbeit: Kooperatives Lernen in Teams

Gruppenarbeit ist für viele Aufgaben ein sinnvoller Arbeitsrahmen und sorgt für Abwechslung. Das Arbeiten in festen Teams geht über die herkömmliche Gruppenarbeit hinaus, weil die Arbeitsgruppen für einen längeren Zeitraum (beispielsweise einem halben Jahr) fest bestehen bleiben und dabei gewisse Regeln einhalten müssen. Die Teams bildet die Lehrerin, da sich die Schülerinnen und Schüler nicht nach eigenen Sympathien zusammensetzen sollen, sondern auch voneinander profitieren sollen. Für meine Teams habe ich leistungsstarke und -schwache Kinder gemischt in heterogenen Gruppen untergebracht, damit sie bestmöglich voneinander lernen können. Weiterlesen

Angst vor Elternarbeit?

Als frischgebackene Lehrerin war mir oft mulmig zumute, wenn vor oder nach dem Schultag ein Elternteil in der Tür stand und mit mir reden wollte. Aus irgendeinem Grund hatte ich das Gefühl, dass mir sogleich meine ganzen Fehler vorgehalten würden, dass ich vielleicht sogar einen Gesprächstermin vergessen oder das entsprechende Kind große Probleme in der Schule hätte. – Nur zur Beruhigung für alle, die gerade am Anfang ihrer Lehrerlaufbahn stehen: Meist traf keine der genannten Befürchtungen zu.

Viele Eltern suchen das Gespräch, weil sie unsicher sind: Wie gibt sich mein Kind im Unterricht? Wie kann ich auch zuhause gezielt fördern? Hat mein Kind schon Freunde gefunden? Oft sind es also nur die kleinen Sorgen, die die Mütter und Väter zu uns bringen. Natürlich gibt es Fälle, die kniffliger sind, weil es tatsächlich Probleme im Schulalltag des Kindes gibt: Leistungsabfall, andauernde Konflikte oder gar Schulangst. Aber auch hier haben wir es leicht, denn beide Seiten wollen das Beste für das Kind. Weiterlesen

Kleine Spiele für den Unterricht (2): Luftballons weitergeben

„Luftballons weitergeben“ ist eines der beliebtesten Spiele in meiner Klasse, welches häufig „mal zwischendurch“ gespielt wird. Es bietet sich zum Beispiel am Ende einer Stunde an, wenn man noch etwas Zeit überbrücken muss, gerne auch als „warm up“ an „müden Tagen“, zur Belohnung oder auch, wenn sich die Schülerinnen und Schüler nicht mehr auf den Unterricht konzentrieren können und man noch eine Alternative benötigt.

Luftballons. Diese eignen sich für verschiedene Spiele - hier speziell für das Spiel "Luftballons weitergeben".

Das Spiel „Luftballons weitergeben“ wurde im Prinzip von Schülern und mir gemeinsam erfunden und hat sich stetig weiterentwickelt bzw. kann auch gerne noch weiterentwickelt werden (Foto: fotolia.com, New York: Eugenio)

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Kleine Spiele für den Unterricht (1): Kippstuhl

In der Förderschule haben wir häufig mit Schülern zu tun, die besondere Schwierigkeiten im sozial-emotionalen Bereich haben. Dies zeigt sich beispielsweise an häufigen Konflikten und geringer Fähigkeit zur Empathie oder im Unterricht besonders daran, dass es den Schülerinnen und Schülern nur mit enormer Hilfestellung gelingt, in einem Team oder einer Gruppe zusammenzuarbeiten.

An unserer Schule hat das „soziale Lernen“ einen sehr hohen Stellenwert. So gibt es wöchentlich zwei fest im Stundenplan verankerte Stunden, in denen alles rund um das Thema behandelt wird. Hier hat man zudem ausreichend Zeit, aktuelle Geschehnisse aufzugreifen und in angemessener Weise zu besprechen. Weiterlesen

Zusammenarbeit von Lehrkräften – Gegen das Einzelkämpfertum

Lehrer sind Einzelkämpfer. Einsame Helden im Kampf gegen das Unwissen und für Bildung. Zumindest könnte man meinen, sie sähen sich gerne so, wenn man einen Blick in die Schulen und Klassenzimmer wirft. (Falls sie einen denn lassen.)

So vieles wird im Geheimen gemacht. Man könnte meinen, Lehrer hätten etwas zu verstecken oder zu verheimlichen. Aber ist das wirklich nötig? Klar, einen Großteil der Arbeitszeit verbringen (deutsche) Lehrer allein vor der Klasse. In der Regel ist kein weiterer Erwachsener im Raum. Kollegen sieht man, wenn man Glück hat, in der Pause oder nach Unterrichtsschluss und das dann meistens nur sehr kurz. Aber muss das so sein? Und muss man das mit seinem Verhalten noch unterstützen und somit eine für alle Seiten gewinnbringende Zusammenarbeit verhindern? Da werden Informationen zurückgehalten, Arbeitsblätter gehortet, aber selten geteilt, sich verschanzt, Unterricht wird allein vorbereitet und geplant, nur um dann zu merken, dass man sich hätte absprechen können und vielleicht auch besser hätte absprechen sollen. Besonderes gegenüber Referendaren scheint oft die Einstellung zu herrschen: „Da mussten wir alle mal durch.“ Sollte man nicht aus der eigenen Erfahrung lernen? Können nicht auch noch alte Hasen von den jungen Hüpfern lernen? Machen wir uns es nicht alle unnötig schwer mit dieser Einstellung? Weiterlesen

Elterntypen (4): Eltern von Prinzen und Prinzessinnen

Elterntypen: Eltern von Prinzen und Prinzessinnen

Wie umgehen mit Eltern von kleinen Prinzen und Prinzessinnen? (Foto: fotolia.com, New York, lovemask)

Peter, ein selbstbewusstes Kind, fiel mir gleich bei der Einschulung auf. Er hatte weniger Berührungsängste als die anderen Erstklässler. Er sorgte dafür, dass er genügend Platz auf der Bank hatte und nahm in Kauf, dass sein Nachbar von derselben fiel. Dabei hatte Peter ein unschuldiges Lächeln, das vermuten ließ, nicht mit Absicht den Sturz herbeigeführt zu haben. Peters Eltern machten mir in den ersten Schulwochen sehr schnell klar, dass ihr Sohn ein besonderes Kind sei. Weiterlesen

Elterntypen (3): Das Lernen blockierende Eltern

Es gibt Eltern, die es gut meinen, dem Kind aber eher schaden. In meiner ersten Klasse ist ein Mädchen, das von Anfang an einerseits durch sein lebhaftes Verhalten auffällt, aber auch dadurch, dass es die Buchstaben spricht, wie wir sie kennen. Also A, Be, Ce, De usw.

Manchmal blockieren Eltern das Lernen

Ich habe die Eltern des Mädchens von Anfang an darum gebeten, nur die Anlaute zu sprechen, um durch das lautierende Sprechen von Buchstaben das Wort richtig lesen zu können. Seit einem halben Jahr kann Lena jetzt zwar alle Buchstaben, buchstabiert das Wort „Maus“ aber Em, A, U, Es. Das Ergebnis liegt auf der Hand. Lena liest „Emaues“. Was tun wir also?

Bemühte Eltern: Eine Mutter lernt mit ihrer Tochter. Nicht immer wirkt sich die Elternhilfe positiv auf den Lernfortschritt aus.

Auch gut gemeinte Ratschläge von Eltern können den Lernfortschritt negativ beeinflussen. (Bild: Christina Rademacher-Ponten, Münster)

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Elterntypen (2): Begrenzt interessierte Eltern

Mitteilungen als E-Mail über einen Verteiler zu verschicken, ist gängige Praxis geworden. So versende ich auch meine Briefe an die Eltern. Zusätzlich bekommen sie eine Papierversion in der Postmappe des Kindes. Eine Gewähr, dass alle Eltern die Mitteilungen lesen, besteht jedoch trotzdem nicht. Weiterlesen

Elterntypen (1): Wunsch-Eltern

Ein Wunschtraum: Der erste Schultag: Frau Schulz bringt ihre Tochter Lena in die Schule. Sie drückt ihr die zusätzliche Tasche mit den Arbeitsheften, Wachsmalern und Tuschkasten in die Hand und verabschiedet sich. Lena zeigt mir später stolz ihre mit Namen beschrifteten Stifte und Hefte. Alles ist in Großbuchstaben geschrieben und gut lesbar. Ich sehe, dass das Mädchen gut vorbereitet in die Schule kommt und alles dabei hat, was für das neue Schuljahr angeschafft werden muss. Frau Schulz gibt mir den ausgefüllten Notfallbogen – die Telefonnummern sind aktuell. Sie verabschiedet sich mit dem Hinweis, erreichbar zu sein, falls es in der Klasse etwas gibt, wofür wir Unterstützung brauchen, sei es das bevorstehende Schulfest oder Aktionen wie ‚gesundes Frühstück‘. Lena hat schon eine ältere Schwester in derselben Schule. Frau Schulz weiß also, worauf es ankommt.
Wie einfach wäre Elternarbeit von Anfang an, wenn doch alle Eltern so wären … Weiterlesen