Elternabend: Der Beginn ist wichtig

Ihr kennt es bestimmt: Ein Elternabend kann reibungslos verlaufen, eine eher zähe Angelegenheit werden oder Konfliktpotenzial beinhalten. Umso wichtiger ist es, sich Gedanken über den Einstieg in den Abend zu machen.

Ein Lied für den Elternabend

Gute Erfahrungen habe ich mit dem Lied Elternabend von Reinhard Mey gemacht. Ich bin sicher, du wirst genauso schmunzeln wie ich und einige Situationen wiedererkennen. Hör mal rein:

So lief der Elternabend ab

Ich wartete, bis alle Eltern im Klassenraum versammelt waren, und spielte das Lied ab. Da es nicht mein erster Elternabend war und ich schon genug Selbstbewusstsein während meines Lehrerdaseins gewonnen hatte, hielt ich die fragenden Blicke einiger Eltern aus. Ich erklärte nichts und ließ den Text des Liedes für sich sprechen. Während die Eltern zuhörten, teilweise miteinander tuschelten, auf alle Fälle einige Male schmunzelten, hatte ich Gelegenheit, mir ein erstes Bild von den Eltern zu machen und darüber, wie dieser Elternabend ablaufen würde.

Der Text des Liedes steht für sich, er muss nicht besprochen werden. Ich nahm aber auch noch zum Ende dieses Elternabends Bruchstücke von Gesprächen auf, in denen sich Eltern in dem Lied wiedererkannten und darüber lachten.
Nach dem ersten Hören des Liedes ist jedem die Pointe bekannt, daher spiele ich es auf den nächsten Elternabenden nicht noch einmal.

Schönes Ritual für die Einstiege in die Elternabende

Die Idee, den Elternabend mit einem Ritual einzustimmen, habe ich mir aber erhalten.
Im Laufe der Schuljahre habe ich immer wieder Fotos gemacht und so ist schon nach dem ersten Schuljahr eine kleine Sammlung entstanden, die die unterschiedlichsten Situationen im Klassenraum oder auf Ausflügen zeigt. Das Einverständnis der Eltern, ihr Kind fotografieren und die Bilder für die Homepage verwenden zu dürfen, habe ich mir schon mit der Einschulung geben lassen – so ist auch das Fotografieren zwischendurch kein Problem.
Manche Elternabende beginnen bei mir also mit einer Fotoserie. Über Laptop, Beamer und weiße Wand führt der Weg direkt ins lebendige Klassenzimmer. Einige Eltern betrachten staunend ihr Kind, das still am Tisch sitzt und konzentriert arbeitet, obwohl sie es zu Hause nur als Zappelphillipp kennen. Andere Eltern wiederum sind berührt von der Freude im Gesicht ihres Kindes, das sich auf dem Schulhof im Blätterhaufen wälzt, obwohl es zu Hause gelernt hat, sich nicht schmutzig machen zu dürfen.

Das kostet keine zusätzliche Zeit

Einen Elternabend pünktlich zu beginnen und zeitig schließen zu können, ist wohl der Wunsch eines Jeden. Ich habe aber auch die Vorteile erkannt, etwas mehr Zeit am Anfang zu investieren und Humor und Gelassenheit nicht zu kurz kommen zu lassen. Das gegenseitige Beschnuppern nimmt im Nachhinein sehr viel weniger Zeit in Anspruch, wenn alle schon einmal herzhaft miteinander gelacht haben.

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