Unterricht mit der digitalen Pinnwand

Vor kurzer Zeit hatte ich hier über mein virtuelles Klassenzimmer geschrieben und damit schon eine Idee präsentiert, die ich in meiner Klasse seit der Homeschooling-Phase etabliert hatte. Hierzu nutze ich eine digitale Pinnwand die ich euch nun vorstelle.

Padlet – eine digitale Pinnwand mit mannigfachen Möglichkeiten

Bereits während der ersten Schulschließungsfrage habe ich mich selbst weitergebildet und
haufenweise englische und deutsche Tutorials über digitale Möglichkeiten gesichtet. Recht schnell bin ich dadurch auf die Plattform „padlet“ gelangt. Dies ist eine App, mit der Arbeitsergebnisse, Arbeitsmaterial oder nützliche Links mit Erklärvideos etc. für andere zugänglich gemacht werden kann. Stellt es euch wie ein „schwarzes Brett“ vor, bei dem alles Mögliche gepinnt wird. In meinem Fall habe ich die Pinnwand konkret für die Lernthemen und Bedürfnisse meiner Klasse aufbereitet. Neben Spalten für Schulfächer habe ich – gerade in der damals noch ungewissen ersten Lockdown-Phase – auch Spalten für interessante, außerschulische Angebote im Netz eingefügt.

Digitale Pinnwand der Pinguinklasse. (Foto: Nova)

Auch kreative Angebote können hier hinterlegt werden. (Foto: Nova)

Die Sache mit dem Datenschutz

Bevor du dir ein Padlet zusammenstellst, solltest du dir überlegen, wie du das Padlet einsetzen möchtest. Soll es für die Schüler als abrufbare Pinnwand genutzt werden oder möchtest du, dass die Schülerinnen und Schüler dort ihre Lernergebnisse eigenständig hochladen und sich gegenseitig durch wohlmeinende Kommentare wertschätzen? Denn dies hängt davon ab, inwiefern du den Nutzern Rechte einräumst. Hierbei gilt es auch, den Datenschutz zu beachten und zuvor mit der Lerngruppe zu besprechen, wie schnell ein Bruch mit dem Datenschutz beim Kommentieren oder bei der Präsentation der Lernergebnisse geschehen kann. Mit älteren Schülern lässt sich dies gut thematisieren.

Übrigens ist das Padlet nicht für jedes Bundesland freigegeben, informiere dich bitte vorher, was für dein Bundesland gilt. Für mehr Sicherheit empfiehlt sich ein Passwort.  Um auf keinen Fall gegen Richtlinien zu verstoßen, habe ich mein Klassenpadlet passwortgeschützt. Dieses Passwort haben nur die Eltern der Lerngruppe bekommen, sodass sie mit ihrem Kind das Padlet entdecken konnten und den Kindern dann den Zugang dazu ermöglichen.

Als Lehrerin einer vierten Klasse habe ich mich gegen ein aktives Mitarbeiten entschieden, sodass ich alleiniger Admin bin. Das heißt jedoch nicht, dass ich die Inhalte des Padlets allein bestimme. Besonders eine Mutter hat mich bei der Entwicklung des Klassenpadlets unterstützt, indem sie mir selbst interessante Links außerschulischer Themen zugeschickt hatte, die ich gern integriert habe.

Arbeitsmaterial hinterlegen und den Schülern zugänglich machen

Als sich der Homeschooling-Alltag eingependelt hatte, habe ich die digitale Pinnwand auch als Format genutzt, um Arbeitsmaterialien zu hinterlegen. Neben dem virtuellen Klassenzimmer, das ich als ppt.-Datei hochgeladen habe, habe ich diverse eigene Arbeitsmaterialien im pdf Format verknüpft. So konnten die Eltern und Kinder jederzeit online die Arbeitspläne und notwendige Materialien erhalten, ohne Arbeitsblätter vor dem Schulgebäude abholen zu müssen. So wurde dies zu Anfang der Pandemie zu Wochenbeginn und zum Wochenende gehandhabt.

Gerade zu der Zeit, als alles noch frisch war und sich die Kinder nicht mehr im Klassenzimmer sehen konnten, waren alle hochmotiviert, ihre Homeschooling-Aufgaben gewissenhaft zu absolvieren. Als der Wunsch aufkam, auch kreative Aufgaben in den Homeschooling-Alltag einzubinden, habe ich mir diverse Kunstprojekte einfallen lassen, die von einem Großteil meiner Lerngruppe auf freiwilliger Basis sehr gern durchgeführt wurde. Es kamen tolle Rückmeldungen – auch von den Eltern, die ihre Kinder bei den Kunst-Challenges mit Freude beobachtet haben! Über die Resonanz der Kinder war selbst ich erstaunt!

Schülerergebnisse aus dem Kunstbereich. (Foto: Nova)

Damit nicht nur ich die schönen Kunstergebnisse betrachten konnte, fügte ich Spalten zu den verschiedenen Aufgaben ins Padlet ein, damit ich die mir zugesandten Schülerfotos auch präsentieren konnte. Dies motivierte noch mehr Kinder mitzumachen und die Beteiligung stieg. Selbst als der Wechselunterricht wieder begonnen hatte, haben sich die Kinder über die präsentierten Arbeitsergebnisse in der Schule ausgetauscht und Ideen für das nächste Projekt diskutiert. Es war unglaublich toll, das in Pausengesprächen auf dem Schulhof zu hören!

 

Gestalte dein individuelles Padlet

Wenn dich diese Form der digitalen Unterrichtsmöglichkeiten begeistert, dann kann ich dich nur ermuntern. Es gibt viele Tutorials bei YouTube und schriftliche Anleitungen im Internet.
Taste dich heran und probiere dich aus. Du kannst drei verschiedene Pinnwände kostenlos gestalten. Benötigst du weitere Pinnwände, musst du auf die kostenpflichtige Pro-Version zurückgreifen. Übrigens gibt es mittlerweile viele Fortbildungen, zu denen Material auch über ein Padlet zugänglich gemacht wird. Vielleicht wirst du dadurch auf diese Plattform stoßen.

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