Lüften, aber richtig!

Klassenzimmer sollen regelmäßig gelüftet werden. Das gilt immer, aber ganz besonders jetzt in der Corona-Zeit. Der Grund liegt darin, dass in geschlossenen Räumen die Ansteckungsgefahr größer ist als an der frischen Luft…

Warum ist das Lüften gerade jetzt so wichtig?

Im Klassenzimmer sind viele Schülerinnen und Schüler auf relativ engem Raum zusammen. Aufgrund des feucht-warmen Klimas können sich die Viren und Krankheitserreger deshalb hier besonders gut anreichern und verbreiten. Vor allem dann, wenn die Heizung läuft und die Fenster geschlossen sind. Besonders gefährlich sind die Aerosole von infizierten Kindern, die in der Luft schweben. Beim Lüften wird ein (Groß-) Teil dieser winzig kleinen Aerosole aus dem Zimmer geweht. Das Umweltbundesamt empfiehlt deshalb, dass die Klassenzimmer alle 20 Minuten gelüftet werden.

Wie lüftet man richtig?

Regelmäßiges Lüften ist in Corona-Zeiten besonders wichtig. (Foto: Ralph)

Beim Lüften strömt nicht nur frische Luft ins Klassenzimmer, sondern dabei wird auch die verbrauchte Luft (mitsamt den Aerosolen) ausgetauscht.

Deshalb reicht es nicht aus, wenn man den ganzen Tag die Fenster kippt oder beim Lüften nur ein oder zwei Fenster öffnet. Richtiges Lüften bedeutet Stoßlüften. Dabei sollen möglichst alle Fenster und Türen geöffnet werden, damit die verbrauchte Luft möglichst schnell ausgetauscht wird. Am besten und effektivsten ist es, wenn dabei ein richtiger Durchzug entsteht.

Das Umweltbundesamt empfiehlt eine Lüftungsdauer von ca. drei bis fünf Minuten. Je größer die Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen sind, desto schneller wird die Luft ausgetauscht.

Problematisch wird es dann, wenn die Fenster kaputt sind oder man sie nicht öffnen kann. Hier muss der Schulträger schnell tätig werden. Notfalls gibt es auch technische Möglichkeiten, wie zum Beispiel Filteranlagen. Diese sind aber in der Anschaffung ziemlich teuer.

 

Und wenn es den Schülerinnen und Schülern kalt wird?

Auch wenn die Außentemperaturen momentan noch ziemlich moderat sind, sinken die Temperaturen beim Stoßlüften ziemlich schnell ab. Vor allem dann, wenn es einen Durchzug gibt. Deshalb ist warme Kleidung wichtig. Allerdings ist es nicht sinnvoll, wenn die Kinder ihre normalen Jacken anziehen. Diese gehören in die Garderobe. Besser ist es, wenn die Schülerinnen und Schüler zusätzlich Fleecejacken, Westen oder Ähnliches mitbringen, die sie im Klassenzimmer aufbewahren und im Bedarfsfall anziehen. Im Hinblick auf das Lüften ist es am sinnvollsten, wenn sich die Kinder nach dem Zwiebelprinzip an- bzw. nach dem Lüften ausziehen.

In Abhängigkeit von der Schülerzahl und der Größe des Klassenzimmers, kann man vielleicht auch etwas an der Sitzordnung ändern. Eventuell wäre auch zu überlegen, ob man die Sitzordnung täglich ändert. Quasi in einem rollierenden System, indem man jeden Tag einen Platz weiterrutscht. Dies wäre transparent, nachvollziehbar und vor allem gerecht.

Und noch ein letzter Tipp

Im stressigen Schulalltag ist es oft schwer, genau alle 20 Minuten an das Lüften zu denken. Mit Hilfe einer Küchenuhr, die alle 20 Minuten klingelt, kann das nicht (mehr) passieren. Natürlich vorausgesetzt, dass die Küchenuhr auch immer wieder neu gestellt wird.

Ein Wecker oder eine Uhr mit Temperaturanzeige kann beim Lüften helfen. (Foto: Ralph)

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Wie die Pandemie die Schulen herausfordert und die Bildung verändert, diesen und weiteren Fragen geht die GRUNDSCHULE in dieser Ausgabe auf den Grund


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