Lob-Bohnen – Für eine ruhige Lernatmosphäre

Eine kleine Glasflasche – und ein Vorrat an getrockneten Bohnen – diese zwei Dinge genügen, um zu einer ruhigeren Lernatmosphäre zu verhelfen.

In der Schule, an der ich unterrichte, hat sich in vielen Klassen das „Belohnungs-System“ durch „Lob-Bohnen“ durchgesetzt. Eine wenig aufwendige und trotzdem, wie sich zeigt, sehr effektive Maßnahme.

Einsatz der Lobbohnen

Die Flasche mit gesammelten Lob-Bohnen ist ein Belohnungssystem für eine ruhige Lernatmosphäre.

Flasche mit gesammelten „Lob-Bohnen“ (Foto: Hanna)

Das Prinzip ist einfach: ist eine bestimmte Anzahl an Bohnen in der Flasche gesammelt (z.B. bis zu einer angezeichneten Markierung), wird die Klasse mit einer selbst gewählten „Aktion“ belohnt. So bietet es sich im Rahmen unseres „Klassenrates“ an, die Kinder „Belohnungs-Ideen“ auf einem Plakat sammeln zu lassen.

Dies kann eine zusätzliche Spielpause, ein gemeinsamer Spaziergang zum Bach, ein Picknick oder Ähnliches sein. Die Ziele sollten ohne großen Aufwand und ohne große zusätzliche Kosten umzusetzen sein und sich in den Schulalltag leicht integrieren lassen. Wichtig ist natürlich, dass die Kinder diese Einlösemöglichkeiten selbst finden. Nur dann hat die ganze Sache eine Bedeutung für sie. 

Angenehme Lernatmosphäre durch positive Verstärkung

Im Laufe des Schultages sammeln die Kinder dann gemeinsam Bohnen, achten auf vereinbarte Regeln und versuchen, ihrem Ziel, dem Erreichen der angezeichneten Skala durch Bohnen gemeinsam näher zu kommen. Interessant dabei ist zu beobachten, dass die Schülerinnen und Schüler sich auch gegenseitig immer wieder daran erinnern, leise zu arbeiten. Die Bohnen dienen hier als Motivator und positive Verstärker.

Natürlich ist es auch möglich, bei extremem Fehlverhalten, Bohnen der Flasche wieder zu entziehen. Dabei muss jedoch bedacht werden, dass die gesamte Klasse dadurch „bestraft“ wird und sozialer Druck auf den Verursacher entsteht.

Erfahrungen

Die zweite Klasse, die ich im Sommer übernahm und die sich im erste Schuljahr als extrem unruhig und laut gezeigt hatte, lies sich sofort auf dieses System ein. Nicht ausschließlich aber durchaus mit Hilfe der Lob-Bohnen ist es nun nach nur wenigen Wochen Schule gelungen, dass in meiner Klasse eine äußerst angenehme und produktive Lernatmosphäre herrscht

Rituale sind vertrauensbildende Maßnahmen, denn sie sind die sich wiederholenden Orientierungspunkte, die Kinder brauchen. Mehr darüber erfahrt ihr in diesem Beitrag:


5 Gedanken zu „Lob-Bohnen – Für eine ruhige Lernatmosphäre

  1. AvatarLena

    Über diese Art der positiven Verstärkung hab ich auch schon öfter nachgedacht!

    Wie viele Bohnen gibts denn bei dir etwa pro Tag, der gut lief?
    Steckst du pro Stunde Bohnen in das Glas oder pro Tag?

    Antworten
  2. AvatarLinda

    Hallo, ich würde gerne wissen, wie du das Belohnungssystem einführst und in welchem zeitlichen Rahmen die Kinder Bohnen sammeln können, eine pro Stunde?

    LG, Linda

    Antworten
    1. NannetteNannette

      Hallo zusammen,

      eingeführt hat Hanna dieses Bohnensystem im Rahmen des Klassenrates.
      Dort wurde thematisiert, dass die Arbeitsatmosphäre nicht optimal ist.

      Das Gute ist, dass man das ja vollkommen individuell handhaben kann.

      Es kann auch mal sein, dass es eine „Runde“ Bohnen gibt – wenn alle
      Schüler vorbildlich arbeiten. (Je nach Größe der Flasche dauert es
      trotzdem lange – und geht nicht übermäßig schnell).

      Gut ist, wenn man immer so im 15 Minuten Rhythmus eine Bohnen einwirft –
      das motiviert sehr.

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  3. AvatarRini

    Liebe Hanna,
    ich finde die Idee mit den Bohnen große Klasse – vor allem, weil es vermutlich ganz nebenbei den Zusammenhalt in der Klasse fördert und die Schüler an einem gemeinsamen Ziel arbeiten und sich gegenseitig zu „gutem“ Verhalten animieren.
    Ich habe bei sowas nur das Problem der Abwägung, wofür genau es es eine Bohne gibt!? Auch den Schülern gegenüber finde ich es sehr wichtig, eine Transparenz zu schaffen – und genau an diesem Punkt hänge ich fest. Was ist 15min „leises“ Arbeiten? Was ist „gutes“ Verhalten? In wieweit findet es Berücksichtigung, wenn ein Schüler „querschießt“? Hast du hier klar formulierte Kriterien oder entscheidest du aus dem Bauch heraus?

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    1. AvatarHanna

      Hallo Rini,
      natürlich muss den Kindern bewusst sein, welche Verhaltenskriterien erfüllt sein müssen. Durch den Einsatz der Bohnen kann das gesamte Verhalten “ oder- je nach Bedarf und Alter der Schüler – einzelne Beobachtungsschwerpunkte „belohnt“ werden. Kommunikation mit den Schülern ist in diesem Fall die absolte Grundlage. Deswegen sollte auch mit den Schülern zunächst besprochen werden, was unter „gutem Verhalten/ angenehme Arbeitsatmosphäre“ zu verstehen ist und wie man dies erreicht. Einzelne Punkte müssen dann herausgearbeitet werden. Nur durch Transparenz ist dieses System logisch. Was „gutes“ Verhalten bzw. eine „angenehme Arbeitsatmosphäre“ bedeutet, ist doch individuell verschieden – ganz abhängig von Lehrkraft und Schülern und: Unterrichtsthema.

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