Leisepunkte – (m)eine Strategie für eine ruhige und konzentrierte Arbeitsatmosphäre

Belohnungssysteme finde ich super, allerdings müssen diese auch zur Lehrkraft und der Lerngruppe passen. In meiner Klasse habe ich Leisepunkte eingeführt. Hierbei können meine Schülerinnen und Schüler Stempel sammeln, wenn sie in besonderen Einzelarbeitsphasen 20 Minuten konzentriert in Flüsterlautstärke arbeiten. Das klingt viel leichter als es tatsächlich ist, denn in einigen offenen Unterrichtsphasen geht es recht lebhaft zu – und das ist auch gut so.

Aber manchmal braucht es halt eben auch eine besonders ruhige Umgebung, damit sich Übungen gut einprägen. Genau dann sind meine Schülerinnen und Schüler besonders erpicht darauf, einen Stempel für ihre Karte zu sammeln.

Sammelkarte mit Charakter

Als Pinguinklasse hat das natürlich wieder den ultimativen Pinguin-Style, darüber habe ich ja schon einmal in dem Beitrag Ein Klassenmaskottchen für das „Wir-Gefühl“ berichtet. Die Karten sind im Postkartenformat und haben jeweils 15 freie Felder, in denen Stempel oder Smileys eingetragen werden. Diese kleben immer sichtbar auf den Arbeitstische der Schülerinnen und Schüler. Sobald eine Karte gefüllt ist, kann sie bei mir eingetauscht werden. Die Belohnungen werden mit der Klasse im Voraus abgestimmt. So hatten wir Bonbons, Hausaufgabengutscheine, Aufkleber oder andere Kleinigkeiten.

So sieht die Sammelkarte aus, in der die Leisepunkte eingetragen werden. (Foto: Nova).

Arbeitsruhe ist gut, aber Ruhe allein nicht zielführend

Besonders wichtig war für mich, den Fokus von einer ruhigen zu einer konzentrierten Arbeitsatmosphäre zu lenken. Denn am Anfang waren die Kinder alle sehr leise, haben aber nicht immer 20 Minuten konzentriert gearbeitet. Als wir dann aber gemeinsam reflektiert haben, dass manchmal ein sinnvolles Tischgespräch auch das Arbeiten an einer Aufgabe voranbringen und die Konzentration dadurch sogar gesteigert werden kann, hat sich noch viel mehr getan. Denn dadurch hat sich die Konzentrationsspanne von 20 Minuten sogar erhöht. In Projektphasen merken die Kinder teilweise noch nicht mal, dass sie ihre effektive Arbeitszeit um mehr als das doppelte steigern können. Erst als ich dafür sogar doppelte Stempel verteilt habe, ist ihnen ganz von allein ein Licht aufgegangen.

Arbeitest du auch mit einem Belohnungssystem? Ich bin neugierig, was du in deiner Klasse eingeführt hast. Lass uns in den Kommentaren in den Austausch gehen und gemeinsam ein Sammelsurium erstellen.

Weitere Tipps & Tricks, mit denen ihr eine angenehme Klassenatmosphäre schaffen könnt, in der alle gerne zusammenarbeiten und -lernen, findet ihr in diesem Themenheft der Zeitschrift Weltwissen Sachunterricht:


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