Gruppenarbeit: Gruppen zufällig zusammensetzen

Bei Gruppenarbeit in meiner Klasse ist es mir sehr wichtig, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, mit jedem ihrer Mitschüler gut zusammenzuarbeiten. Deshalb versuche ich so oft wie möglich, Schülergruppen zufällig zusammenzusetzen. Im Laufe der Zeit haben sich einige Ideen entwickelt, wie man willkürliche Gruppenbildung für die Kinder spannend und interessant gestalten kann, zudem auch noch thematisch einbinden kann. Meine liebsten Methoden möchte ich euch gerne vorstellen:

Bild-Puzzle

Ich nehme Fotos oder andere Bilder und zerschneide jedes in so viele Teile, wie Mitglieder pro Gruppe gebraucht werden. Dann nimmt sich jedes Kind ein Teil und alle bewegen sich so lange im Raum, bis sich die Kinder mit den passenden Teilen gefunden haben und alle Bilder fertig gepuzzelt sind. Die Fotos wähle ich hierbei themenbezogen aus, sodass die Kinder auf dem gepuzzelten Bild z.B. schon den Inhalt der späteren Arbeit erkennen können. Natürlich ist es auch denkbar, Postkarten zu nutzen, ein schönes Foto des letzten Klassenausfluges oder eine Rechenaufgabe, sodass alle mit dem gleichen Ergebnis in einer Gruppe sind …

Text-Puzzle

Analog zur Bild-Puzzle-Variante kann man Texte auseinanderschneiden und puzzeln lassen. Dadurch ist das Puzzeln ggf. etwas anspruchsvoller. Auch hier kann durch die Auswahl des Textes bereits inhaltlicher Bezug zur bevorstehenden Gruppenarbeit entstehen. Für jüngere Schülerinnen und Schüler kann es natürlich auch nur ein Wort oder Satz sein, der zusammengesetzt werden muss. Zum Einstieg in eine Gruppenarbeit ein paar Witze zerschneiden, puzzeln und vorlesen lassen, kann auch sehr erheiternd sein.

Faden-Partnersuche

Diese Variante ist für die Bildung von Paaren hilfreich. Ich benötige hierzu halb so viele Fäden, wie Kinder in der Klasse sind. Die Fäden lege ich alle aufeinander und falte sie in der Mitte zusammen. Das zusammengefaltete Ende der Fäden nehme ich fest in die Hand; die Enden hängen nach unten. Jetzt greift jedes Kind ein Fadenende. Haben alle einen Faden in der Hand, lasse ich los. Wenn alle gut festgehalten haben, sind nun immer zwei Kinder durch einen Faden verbunden. Wichtig ist es, reißfeste Fäden, Kordel etc. der gleichen Farbe zu nutzen. Bei großen Klassen empfiehlt es sich, lange Fäden zu nutzen, da die Schülerinnen und Schüler sonst dicht gedrängt stehen müssen. Um die Gruppengröße zu variieren, kann man auch mehrere Fäden miteinander verbinden.

Bindfäden, die in der Mitte gefaltet sind. Sie dienen der Partnersuche bei der Gruppenarbeit.

Um einen Partner für die Gruppenarbeit zu finden, werden die Fäden in der Mitte gefaltet. Anschließend greift jedes Kind ein Fadenende. (Foto: Rini)

Säckchen

Ich habe in meiner Klasse immer bunte Stoffsäckchen, welche ich sehr gut zur zufälligen Gruppenbildung nutzen kann. Ich fülle sie einfach mit Gegenständen, die die Schülerinnen und Schüler dann – ohne nachzuschauen – ziehen. Alle, die den gleichen Gegenstand haben, sind in einer Gruppe. Beispiele für Gegenstände sind bunte Muggelsteine, Tierfiguren, Memory-Kärtchen, Muscheln etc.

Unter dem Stuhl

Diese Variante ist genial einfach, nur musst du sie vor dem Unterricht oder in der Pause vorbereiten. Man klebt auf die Unterseite von jedem Stuhl einen bunten Punkt. Auch hier gilt wieder: gleiche Farbe = gleiche Gruppe. Die Schülerinnen und Schüler müssen also nur aufstehen, nachschauen und miteinander reden, sodass sich die Gruppen finden. Vorteil bei dieser Methode: Wenn es Kinder gibt, die gar nicht miteinander klarkommen, kann ich hierauf Einfluss nehmen.

Kartenspiel

Wenn es mal ganz schnell gehen muss, zücke ich ein Skatblatt und nehme entsprechend der gewünschten Gruppengrößen eine Anzahl gleicher Karten bzw. Kartenfarben heraus. Diese verteile in dann an die Schülerinnen und Schüler mit der Anweisung „alle Könige zusammen“, „alle mit Karo“ zusammen etc. Natürlich kann man auch kindgerechte Kartenspiele oder sonstige Bildkarten nutzen.

Viel Spaß beim Ausprobieren!

Die Interaktion zwischen Kindern ist in offenen Lernsituationen besonders wichtig. Soziale Beziehungen zu anderen Kindern können als Katalysatoren für eigene Lernwege wirksam werden. Lest hier mehr darüber:


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.