Beobachtung aller Schüler mit „Agenten“

Agent, der zur Beobachtung seiner Mitschüler eine Lupe dabei hat.

Jedes Kind darf mal „Agent“ sein (Foto: Fotolia.com, New York, Sundatoon)

Als Lehrer auf alle „Unruheherde“ der Klasse zu achten ist eine Herausforderung. Mit der Methode „Agenten“ wird diese Herausforderung auf spielerische Weise auf die Schülerinnen und Schüler verteilt. Zwar ist die Wahrnehmung von Unruhe, eines unangemessenen Lautstärkepegels oder von Disziplinverstößen immer eine subjektive Angelegenheit, die von Kind zu Kind und von Lehrer zu Lehrer variiert. Aber neben dieser subjektiven Wahrnehmung des eigenen Verhaltens ist die Wahrnehmung eines Dritten und dessen Bewertung für eine Veränderung des Verhaltens meist notwendig/hilfreich.

Die Kinder einbeziehen

Da die Kinder Agenten aus dem Fernsehen kennen, verstehen sie meist rasch die Methode:
Zu Wochenbeginn zieht jedes Kind den Namen eines Mitschülers, welchen er über die Woche beschatten muss und dessen Agent er für die Woche ist. Der Agent darf sich dabei nicht selber entlarven – er führt seine Tätigkeit unerkannt aus. Bei jüngeren Schülern bietet es sich an, den Zeitraum kürzer zu wählen (einen Tag oder eine Stunde).

Die Beobachtung festhalten

Beim ersten Einsatz der Methode muss gemeinsam mit den Schülerinnen und Schülern ein Beobachtungsbogen entworfen werden, in welchem mögliche Beobachtungskriterien einfach und schnell festgehalten werden können (z. B. Arbeitshaltung, Unterrichtsdisziplin, Sozialverhalten). Anhand des Beobachtungsbogens registriert der Agent unerkannt das Verhalten seines Mitschülers.

Selbstreflexion ist das Ziel

Je nach Klasse praktiziere ich nach dem Beobachtungszeitraum zwei Varianten. Zum einen können sich die Agenten zu erkennen geben und den Bogen dem beobachteten Kind aushändigen. Oder die Schülerinnen und Schüler geben mir die ausgefüllten Bögen und ich teile sie an die beobachteten Kinder aus.

Erfahrungsgemäß kommt es beim Einsatz nicht zu Unstimmigkeiten zwischen den Kindern, da jeder sowohl Agent als auch Beobachtungssubjekt ist. Wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler keine Konsequenzen aufgrund des Bogens fürchten müssen.
Ziel der Methode ist, dass die Kinder ihr eigenes Verhalten reflektieren.


Und hier findet ihr eine Vorlage des Beobachtungsbogens, den ihr immer auf die spezifische Situation in euren Klassen anpassen solltet 😉

In diesem kleinen Heftchen geht es um verschiedene Aspekte der Leistungsbewertung, auch darum, dass aus Fehlern neue Lernanlässe geschaffen werden können. Außerdem werden Lösungsansätze für verschiedene Problemstellungen der Leistungsbewertung gegeben.


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