Umwelterziehung (8): Umweltgerechtes
Verhalten in der (Grund-)Schule

Heute möchte ich an meinen letzten Beitrag, in dem es um das Thema „Umwelterziehung“, genauer gesagt, um den Bereich „Umweltschutz“ gegangen ist, anknüpfen. Das Thema Umweltschutz beschränkt sich nicht nur auf Müllablagerungen und umweltgefährdende Tatbestände in der freien Natur, sondern es sollte natürlich auch in der Grundschule selbst eine wichtige Rolle spielen. Deshalb geht es heute um das Thema „Umweltgerechtes Verhalten in der (Grund-) Schule“. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten, die ich in drei Bereiche einteilen möchte:

Abfall vermeiden

Viele Schülerinnen und Schüler bringen für ihr Vesper PET-Flaschen, Getränke in Tetra-Packs und andere Verpackungen mit in die Schule. Und das jeden Tag! Vielen Kindern, aber wahrscheinlich auch vielen Eltern, ist dieses Problem gar nicht richtig bewusst. Deshalb ist es für  die Schülerinnen und Schüler mit Sicherheit besonders eindrucksvoll, wenn ihr diesen Verpackungsmüll ein paar Tage lang sammelt. In kurzer Zeit kommen hier relativ große Mengen zusammen. Natürlich wäre es noch besser und eindrucksvoller, wenn sich eure ganze Schule an diesem Versuch beteiligen würde.

Vielen ist gar nicht bewusst, wie viel Müll wir tagtäglich produzieren. (Foto: Ralph)

Nach diesem „Aha-Effekt“ sollte mit den Schülerinnen und Schülern besprochen werden, was normalerweise mit diesem „Müll“ geschieht bzw. wie man diesen „Müll“ vermeiden kann. In diesem Unterrichtsgespräch sollte vor allem auch auf das Thema „Recycling“ eingegangen werden.

Ideal wäre es, wenn es an eurer Schule mehrere Abfalleimer zum Trennen des „Mülls“ (Altpapier, Plastikmüll usw.) geben würde. Aber noch besser als Müll trennen, ist natürlich Müll vermeiden!

Fächerübergreifender Tipp:  Wer möchte, kann das Thema PET-Flaschen auch fächerübergreifend im Mathematikunterricht behandeln. Wie viele PET-Flaschen wären es in der Woche (Monat, Schuljahr), wenn jedes Kind der Klasse (der Schule) am Tag eine Flasche mitbringen würde? Aufgrund der großen Zahlen solltet ihr das aber frühestens in der 3. Klasse, besser noch in der 4. Klasse machen.

Energie sparen

In vielen Schulgebäuden und Klassenzimmern brennt den ganzen Tag das Licht. Und das unabhängig davon, ob gerade Pause ist oder wie hell es innen ist.

Ähnlich beim Thema Lüften: Obwohl die Heizung läuft, sind die Fenster im Klassenzimmer den ganzen Tag gekippt. Hier kann man nicht nur Energie und damit auch Kosten sparen, sondern vor allem auch die Umwelt schützen.  Auch dieses Thema solltet ihr mit euren Schülerinnen und Schülern besprechen.

Umweltfreundliche Produkte

Holz ist ein nachwachsender Rohstoff. Aus diesem Grund sind Holzstifte umweltfreundlicher als Stifte aus Kunststoff. Schulhefte und Blöcke aus Recyclingpapier stellen ebenfalls einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz dar. Besonders umweltfreundlich sind Produkte mit dem „Blauen Engel“. Bekanntestes Produktbeispiel für den Blauen Engel ist das Recyclingpapier aus 100% Altpapier.

Aber es gibt noch weitere Beispiele, auf was man beim Kauf der Schulsachen im Hinblick auf das Thema Umweltschutz achten sollte.

Schön wäre eine Gegenüberstellung von umweltfreundlichen und weniger umweltfreundlichen Produkten (z. B. auf einem Ausstellungstisch). Oder wie wäre es mit einem kleinen Einkaufsführer für Eltern und Kinder?

Wie kann man diese Tipps umsetzen? Hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Beispielsweise kann jede Klasse Dienste einrichten, die wochenweise oder auch monatsweise für das Ausmachen des Lichts in den Pausen, für das richtige Lüften und für das richtige Trennen des Mülls zuständig sind. Noch besser wäre es, wenn man die ganze Schule miteinbeziehen würde. Immerhin geht es ja nicht nur um einzelne Klassen, sondern um die ganze Schule.

Denkbar wäre aber auch die Ausbildung von „Umweltscouts“ oder „Umweltdetektiven“, die ihr Wissen an ihre Mitschüler und Mitschülerinnen weitergeben.

Oder wie wäre es mit Projekttagen und einem anschließenden Schulfest, bei dem nicht nur die Ergebnisse der Müll-Einsparung der Öffentlichkeit präsentiert werden, sondern gleichzeitig auf das Problem, das ja auch Eltern und Erziehungsberechtigte angeht, aufmerksam gemacht wird? Ein Bericht in der örtlichen Zeitung würde dann das Thema bzw. die erzielten Erfolge noch weiter in die Öffentlichkeit transportieren.

Ich hoffe, dass euch meine Beispiele und Tipps gezeigt haben, wie viele Möglichkeiten es in der Grundschule im Bereich Umweltschutz gibt und wie wichtig das Thema „Umweltgerechtes Verhalten in der Schule“ ist.

Es gibt viele Möglichkeiten, sich aktiv am Umweltschutz zu beteiligen. Weitere Ideen und Anregungen für den Unterricht findet ihr hier:


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