Schule in Corona-Zeiten – Versuch eines Spagats

Die Sommerferien stehen in Rheinland-Pfalz vor der Tür – in manchen Bundesländern haben sie bereits begonnen. Stark herbeigesehnt, so stark wie vielleicht noch nie. In Rheinland-Pfalz endet hiermit für das Erste die Sonderbeschulung in der Corona-Zeit. Nach den Ferien soll es im „Normalbetrieb“ weitergehen. Soweit die Theorie.

Nun liegt ein Vierteljahr der Sonderbeschulung vor. Zeit für einen kurzen Rückblick.

Das Homeschooling war in den vergangenen Wochen für alle Beteiligten eine große Herausforderung. (Foto: pixabay)

Home-Schooling mit You-Tube Videos

Zunächst befand sich die gesamte Klasse im „Home-Schooling-Status“. Die Kinder erhielten einen Wochenplan und täglich ein von mir gedrehtes You-Tube-Video, passend zum Unterrichtsmaterial mit speziellen Erklärungen. Wie mir viele Eltern, aber auch die Schülerinnen und Schüler zurückmeldeten, waren diese Videos sehr motivierend, weil die Kinder jeden Morgen „persönlich“ von mir angesprochen wurden. Natürlich wäre es auch möglich gewesen, bereits vorhandene You-Tube-Videos zu verwenden, die bereits massenhaft zu allen möglichen Themen im Internet vorhanden sind. Bewusst entschied ich mich dagegen, da ich der Meinung bin, dass man – setzt man auf Fremdmaterial – uns Lehrkräfte auch leicht ersetzen könnte.

Beschulung in Gruppen

Nach circa zehn Wochen kehrte meine Klasse dann in die Schule zurück – damit begann der Spagat. Im 14-tägigen Rhythmus besuchten die Kinder nun den Unterricht oder blieben im Home-Schooling. Aufgrund von Vorerkrankungen blieb ein Junge komplett zu Hause.

Obwohl meine dritte Klasse nun nur noch aus 17 Kinder bestand, die vor Ort waren, mussten diese in zwei Gruppen geteilt werden, da die maximale Anzahl von Personen im Klassenzimmer begrenzt worden war. Also entschloss ich mich fünf leistungsstarke, sehr verlässlich arbeitende Mädchen „auszugliedern“. Nachdem ich mit den betreffenden Mädchen gesprochen hatte und sie sich einverstanden erklärten (sie fühlten sich geehrt, auserwählt worden zu sein) begann die Unterrichtsplanung.

Der zu Hause arbeitende Junge wurde auch schon vor Corona-Zeiten auf Grund diverser Begabungen besonders beschult und gefordert. Im regulären Unterricht recht einfach zu händeln, im „Home-Schooling“ arbeitsintensiv, weil er sehr individuell „gefüttert“ werden musste. Die fünf Mädchen erhielten auch einen gesonderten Tagesplan, weil sie zwar von einem Erwachsenen „betreut“ wurden, aber im Endeffekt selbständig arbeiten mussten. Sie erhielten nie die Erklärungen, die ihre Mitschülerinnen und Mitschüler im Klassenzimmer von mir bekamen.

So erstellte ich also täglich drei Tagespläne mit gefühlt unfassbar vielen Kopien, weil sich alle eingeführten Lehrwerke inhaltlich bereits erschöpft hatten. Für alle Beteiligten war dies eine äußerst anstrengende Zeit.

Fürs Erste ist es nun geschafft! Endlich Ferien!

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