Schlagwort-Archive: Sprachförderung

Meine DaZ-Sprachfördergruppe (3): Ein Klassentier einsetzen?

Ob ich für meine DaZ-Sprachfördergruppe ein „Klassentier“ anschaffe, habe ich mir gut überlegt und das Für und Wider mehrmals abgewogen und mich letztendlich dafür entschieden. Alle Bedenken waren völlig unbegründet und es haben sich im Laufe der Zeit nur noch weitere Vorteile gezeigt, die ich zunächst gar nicht im Blick hatte. Also lässt sich die Frage aus der Überschrift mit einem dicken JA! beantworten. Die Begründung soll nun folgen: Weiterlesen

Meine DaZ-Sprachfördergruppe (2): Artikelsensibilisierung – der, die, das … was?

Die Artikelsensibilisierung ist das A und O im DaZ-Unterricht. Und zugleich ist es scheinbar das Schwierigste, das man da gleich zu Beginn erklären soll. Denn es folgt keinem System, die kleinen Wörter sind scheinbar wahllos den Namenwörtern zugeteilt und verändern sich auch noch im Gebrauch. Da habe ich gerade gelernt, dass es „DIE Schule“ heißt, aber lernen soll ich in „DER Schule“. Na, das versteh mal jemand … Weiterlesen

Meine DaZ-Sprachfördergruppe (1): Eine kleine Reise durch den Begriffsdschungel

Ich bin Mia und ich möchte euch als neue Autorin hier im Blog einen Einblick in meine Sprachfördergruppe geben. Der „DaZ-Unterricht“ ist ja derzeit in aller Munde, aber was genau eigentlich in so einer Sprachfördergruppe passiert, das wird meiner Meinung nach viel zu wenig nach außen getragen. Ich unterrichte wahnsinnig gerne als DaZ-Lehrerin und möchte von meiner Begeisterung dafür hier berichten. Es wird sowohl methodische, als auch organisatorische Einblicke geben.

Heute starten wir mit einem allgemeinen Blick auf die Begriffe DaZ/DaF … Um in dem ganzen Abkürzungsdschungel ein bisschen Klarheit zu schaffen, möchte ich mal einen kurzen Einblick geben, welche Abkürzungen eigentlich für was stehen und kurz anreißen, was damit gemeint ist. Weiterlesen

Mit Flüchtlingen in Regelklassen arbeiten (6): Integration durch einen interkulturellen Nachmittag

Seit Juni kannst du lesen, wie ich versuche, Integration von Flüchtlingskindern umzusetzen. Wie du im letzten Beitrag lesen konntest, hat Ayla nun auch in der Klasse Fuß gefasst.

Es ist mir immer eine Freude, zu sehen, wie sie aufblüht und sich auch von sich aus in den Unterricht einbringt. Dass sie hier richtig angekommen ist, habe ich auch in den Wochen nach den Sommerferien mehr und mehr beobachten können: Auf dem Pausenhof sucht sie vermehrt Kontakt und sondert sich weniger ab.

Doch das ist nicht alles! Sie wird auch etwas aufmüpfiger und rollt mal mit den Augen, wenn ihr die Hausaufgaben nicht gefallen. Ein anderes Mal spielte sie ihrem Sitznachbarn einen Streich und kam auch mit seinem „Echo“ gut zurecht. Ich persönlich werte das als gutes Zeichen!

Doch wie so oft, ist auch dies nur wie der sprichwörtliche Tropfen auf den heißen Stein. Denn das Schulleben ist ja nach dem Unterricht und einer anschließenden Betreuung vorbei. Freundschaften entstehen nur sehr langsam und meistens auch nur dann, wenn jemand die Zügel in die Hand nimmt. Ayla fällt das sehr schwer. Was soll aber mit den Flüchtlingskindern geschehen, wenn sie in ihrem neuen Heimatort außerhalb des Schullebens wenige Wurzeln schlagen können? Weiterlesen

Mit Flüchtlingen in Regelklassen arbeiten (4): Einen individuellen Förderplan erstellen

In meinen letzten Beiträgen (Integration über die Alltagssprache, Wertschätzung der Herkunftssprache und Möglichkeiten der Integration) habe ich dir schon einen Einblick in meinen Unterrichtsalltag mit Ayla gegeben. Doch ohne eine grundlegende Förderung lernt sie die deutsche Sprache nicht. Und das Beherrschen unserer Sprache ist ein wichtiger Schritt zur Integration. Doch wie fange ich eine gezielte Förderung im DaZ-Bereich überhaupt an? Wie sollte ich für Ayla ein Startkonzept für eine gezielte Förderung entwickeln? Weiterlesen

Mit Flüchtlingen in Regelklassen arbeiten (3): Integration über die Alltagssprache

Hast du schon einmal beobachtet, wie sich Kinder unterschiedlicher Sprachen beim Spielen verständigen? Sprachbarrieren umgehen sie ganz spielerisch und verstehen sich ohne Worte. Doch solche Wörter, die sich häufig auch in unterschiedlichen Situationen wiederholen, lernen sie recht schnell: Alltagsfloskeln, Abzählverse oder Reime, die das Eintauchen in eine fremde Sprache spielerisch ermöglichen, sind daher für die Kommunikation nahezu unschlagbar.

Integration funktioniert über Alltagssprache

Derzeit erlebe ich das sogar vor der eigenen Haustür. Ein polnischer kleiner Junge sitzt recht häufig bei uns im Garten und spielt mit den Kindern. Es dauerte nicht lange, bis er die Namen aller Kinder kannte und sich die Kinder gegenseitig Begrüßungs- und Verabschiedungsfloskeln beibrachten. Einzelne Wörter wie „hallo“, „danke“, „bitte“, „tschüß“ wurden so schnell verinnerlicht, auch wenn andere sprachliche Äußerungen im Sandkasten wie böhmische Dörfer erscheinen mögen. Keine künstliche Sprachlernsituation, sondern Lernen durch eine echte dialogische Situation, hat bei den Kleinen schon erste Sprachkenntnisse erweitert. Weiterlesen

Mit Flüchtlingen in Regelklassen arbeiten (2): Wertschätzung der Herkunftssprache

Bei uns hat das neue Schuljahr begonnen. Die Klasse ist einen Jahrgang aufgerückt und wartet voller Neugier auf die neuen Themenberge, die es zu erklimmen gilt. Während „Ah“ und „Oh“ nur von kurzer Dauer sind, schaut mich ein Augenpaar mit besonderem Blick an: Ayla hat über die Ferien wenig Sprachbegegnungen mit Deutschen gehabt und den wesentlichen Teil der schulischen Sprachförderung vergessen. Reset: Alles nochmal auf Anfang! Weiterlesen

DaZ im Schulalltag

DaZ im Schulalltag: drei Kinder verschiendener Kulturen lernen die deutsche Sprache

Mit DaZ kam ich erstmals während meines Studiums in Berührung (Foto: fotolia.com, New York: Annett Seidler)

Trotz der wöchentlichen Pendelei zwischen meinem Heimatort in Thüringen und der bayrischen Universität Erlangen-Nürnberg hatte ich während meines Studiums noch Platz im Stundenplan. Als ich eines Tages in der Mensa Gespräche über das Erweiterungsstudium „DaZ – Deutsch als Zweitsprache“ aufschnappte, wurde ich neugierig. Informationen waren sehr schnell eingeholt und zack, hatte ich mich für dieses Fach eingeschrieben. Die Lehrveranstaltungen waren übersichtlich, Theorie und Praxis inklusive eines zu leistenden Praktikums.
Während der Seminare und Vorlesungen wird man mit allerlei Sprachlerntheorien und Hintergründen versorgt. Für mich besonders gewinnbringend war allerdings das Praktikum … Weiterlesen