Mein Referendariat (9): Die Prüfung

Ja, der Prüfungstag kommt schneller als gewollt und gehofft. Ich konnte es im Vorfeld nicht glauben, aber man sollte tatsächlich einen Tag vor der Prüfung irgendwie versuchen, etwas Schönes zu machen. Klingt total schwierig, ist es auch. Aber dieses „Abwarten“ bis der nächste Tag endlich da ist und man es hinter sich bringen kann, ist total ätzend. Es fühlt sich an wie in einem Wartezimmer. Und deswegen sollte man das Beste daraus machen: lesen, spazieren gehen, backen oder wie ich: meine Lieblingsserie schauen.

Am Morgen …

… habe ich irgendwie versucht, etwas zu essen oder zumindest zu trinken. Einen Tee oder Kaffee, irgendwas sollte man im Magen haben. Um ca. 8 Uhr kam dann die Prüfungskommission und startete mit der offiziellen Begrüßung. Danach huschte ich schon in meine erste Prüfungsklasse, damit ich dort nochmal die letzten Ansagen machen konnte. Man glaubt es kaum, aber auch die Kinder fiebern total mit. Sie können einen auch mit lieben Worten aufmuntern.

Die erste Prüfungsstunde …

… vergeht so unglaublich schnell! Kaum hat man die Kinder begrüßt, geht es auch schon so richtig los. Und dann ist plötzlich die erste Stunde um und die ganz große Erleichterung da. Ich weiß noch, dass ich mir dachte: „Das war es schon?“ Es war letztendlich doch nur eine Stunde und die vergeht im Flug. Schwuppdiwupp saß ich da und reflektierte. Ganz wichtig ist dabei, dass man sich einen Leitfaden mitnimmt, um die Reflexion so strukturiert und inhaltlich prägnant wie nur möglich wiederzugeben (in nur 10 Minuten). Dazu habe ich euch ja auch schon mal den Beitrag „Reflexion muss gelernt sein“ geschrieben.

Für die Reflektion …

… hat man als Prüfling die bekannten zehn Minuten. Danach sind die Prüfer dran. Dabei sprachen sie mich nicht an, sondern sprachen quasi „über mich“ und die gezeigte Stunde. Das muss so sein, weil in der Verordnung steht, dass keine Fragen mehr gestellt werden dürfen und der Prüfling auch nichts dazu sagen kann. Aber das ist auch gut so. Ich habe sowieso die ganze Zeit gedacht: „Endlich geschafft, endlich geschafft. Nur noch eine Stunde und die mündliche Prüfung.“ Ach ja, man kann sich nach jedem Prüfungsunterricht die Noten sagen lassen. Betonung auf „kann“. Wen das verunsichert, der lässt es besser sein, denn am Ende des Tages erfährt man sowieso alle Noten.

Und die zweite Prüfungsstunde verging genauso schnell wie die erste, wenn nicht noch schneller. Man war dann schon „warm gelaufen“, hatte sich an die Gesichter gewöhnt und den Smalltalk zwischendurch.

Die mündliche Prüfung …

… ist echt nochmal anstrengend. Man hat zu dem Zeitpunkt zwei Unterrichtsstunden hinter sich und ist bereits sehr erleichtert. Aber auch müde. Und dann fordern die Prüfer mündlich nochmal heraus. Dieser Prüfungsteil ist eigentlich auch ganz „nett“, da es einem Gespräch ähnelt und die Fragen sehr alltags- und praxisnah sind. Man muss sich aber auch zwischendurch mit Traubenzucker und Multivitaminsaft puschen.

Das Beste kommt bekanntlich zum Schluss …

Als ich mein Zeugnis erhielt und die Tür aufmachte, standen alle meine Kollegen und Lieben da! Ich war total überwältigt. Sie haben sofort gesungen und hielten Blumen in den Händen! Das war ein unglaubliches Ereignis. Alle waren so stolz. Mit einem Glas Sekt ließ sich der ganze Tag dann perfekt abrunden!
Und endlich bin ich Lehrerin 🙂

Frisch gebackene Lehrerin am Tag der Prüfung mit einem Strauß Rosen in der Hand.

Geschafft! (Foto: Sophie)

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