Sitzordnung – eine andere Perspektive einnehmen

Auch in meiner Klasse gibt es eine Sitzordnung, die den Bedürfnissen der Kinder gerecht werden soll.

Vor einiger Zeit habe ich mich dazu entschieden, mein Lehrerpult nicht wie so oft üblich, vorne im Klassenzimmer neben der Tafel zu platzieren, sondern hinten im Klassenzimmer, rechts in der Ecke.

Dieser Anordnung ging die persönliche Feststellung voraus, dass nicht ich Mittelpunkt des Unterrichts bin.

Auch steht mein Lehrerpult nicht einzeln, sondern bildet mit einem Schülertisch, einen Gruppentisch. Die Plätze an diesem sind nicht fest vergeben. Kinder, die besondere Hilfe und Unterstützung während ruhiger Arbeitsphasen benötigen, können sich gemeinsam an diesen Tisch setzen.

Klassenraum mit mehreren Schülergruppentischen und einem Lehrertisch, der einem Schülertisch gegenüber steht. Eine etwas andere Sitzordnung.

Mein Lehrerpult steht einem Schülertisch gegenüber. (Foto: Hanna)

Gruppentische und Einzelsitzplätze

In meinem Klassenzimmer stehen deutlich mehr Tische zu Verfügung, als wir eigentlich Sitzplatzbedarf haben. Nur an den Gruppentischen gibt es feste Sitzplatz-Zuordnungen. Hier sitzen die Kinder während gemeinsamer Unterrichtsphasen. Alle weiteren Plätze sind in Phasen der Stillarbeit frei wählbar.

Auch der Gruppenraum, der in unserer Schule zwei Klassenzimmer miteinander verbindet, ist mit Gruppentischen eingerichtet. Und auch vor dem Klassenzimmer stehen Tische bereit.

Ein „Auseinanderziehen“ der Kinder ist bei einer hohen Schülerzahl pro Klasse wichtig, da oftmals nur so Ruhe und eine angenehme Arbeitsatmosphäre eintreten.

So setzen sich die Kinder in der Regel sehr gerne in Arbeitsphasen um, suchen sich adäquate Arbeitspartner und ziehen sich dann zum Arbeiten von den Gruppentischen zurück.

Partizipation der Kinder

Die Wahl der festen Sitzplätze geschieht in meiner Klasse unter Partizipation der Kinder. Die Erfahrung zeigt, dass Kinder schon sehr früh in der Lage sind zu erkennen, dass es nicht immer die besten Freunde sind, mit denen man zielführend arbeiten kann.

Die Erklärung „Setzt euch so, dass ihr gut arbeiten könnt“, wirkt oftmals leidigen Diskussion vor und in der Regel finden sich gut kooperierende Kinder zusammen. Nur wenn ich merke, dass gewisse Konstellationen nicht funktionieren (können), greife ich ein und nehme Veränderungen an der Sitzordnung vor.

Ein Umsetzen an den Gruppentischen geschieht nach Bedarf und unterliegt keiner festen Ordnung. Möchte sich ein Kind umsetzen, frage ich nach weiteren Umsetz-Bedürfnissen – oder gebe dies in die Besprechung des Klassenrates.

Wie sitzen die Kinder in deiner Klasse?

Zwei weitere Anregungen zu möglichen Sitzordnungen findest du bei Verena und Rini.

In diesem Fachzeitschriften-Beitrag erfahrt ihr, wie ein neuer Schulraum Kinder und Lehrkräfte im Alltag fördern und entlasten kann:


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