Mein Start als Klassenlehrerin (1): Schüler und Eltern kennenlernen

Es kommt mir vor als wäre es gestern gewesen, als ich mein zweites Staatsexamen abgelegt hatte und plötzlich „fertige“ Lehrerin war. Bereits einige Wochen vor der Prüfung stand für mich fest, dass ich an meiner Schule bleiben und auch, dass ich eine dritte Klasse übernehmen würde, da die Lehrerin in Mutterschutz war. Das alles war bereits ein aufregender Gedanke, da ich ausgerechnet diese Klasse noch nicht kannte. Unmittelbar nach der Prüfung wurde mein Stundenplan so abgeändert, dass ich Zeit zur Hospitation hatte und auch in „meiner“ Klasse unterrichtete. Als ich dann eines Tages im Kreis mit den Schülerinnen und Schülern saß, erzählte ich den Kindern: „Ich werde eure neue Klassenlehrerin!“. Zu meiner großen Erleichterung freuten sich die Kinder sehr und plötzlich war ich schon mittendrin.

Kennenlernen der Eltern

Um die Eltern frühzeitig mit ins Boot zu holen, schrieb ich gleich am Anfang einen Elternbrief, in dem ich mich kurz als neue Klassenlehrerin vorstellte und meine Kontaktdaten weitergab. Kurz darauf lud ich auch zum ersten Elternabend ein. An diesen ersten Elternabend erinnere ich mich noch oft zurück, da ich so aufgeregt war! Es war ja auch mein erster. Gemeinsam mit meinem Jahrgangsteam stellte ich eine Tagesordnung auf und führte die Eltern terminlich und gedanklich durch das Schuljahr. Den Eltern aber war vor allen Dingen eine Sache ganz wichtig: Würde es noch eine Klassenfahrt vor Ende der Grundschulzeit geben? Meine Vorgängerin hatte nichts geplant und es lag ihnen sehr am Herzen. Da musste ich die Eltern erst vertrösten. Ich hatte durch die vielen Aufgaben und Umstellungen noch nicht an eine Klassenfahrt gedacht, aber würde mich informieren. Und so ergänzte ich diesen Punkt noch auf meiner langen „To-Do-Liste“ und begann auch an zu recherchieren, ob ich so kurzfristig eine geeignete Unterkunft und ereignisreiche Aktivitäten zusammenstellen könnte. Darüber schreibe ich euch in einem meiner kommenden Beiträge mehr.

Kennenlernen & Teamfindung in der Klasse

Zunächst war es aber am wichtigsten, dass die Kinder mich und ich sie besser kennenlernen und vor allem wir als „Team“ zusammenkommen würden. Ich führte den „Klassenrat“ ganz neu ein, verteilte neue Klassendienste und sprach über Klassenregeln. Auch der Klassenraum wurde neu organisiert und gemeinsam besprachen wir, was uns wichtig war, welche alten Traditionen behalten werden sollten und was erneuert werden könnte.

Natürlich hat diese Phase viel Zeit gekostet, aber im Nachhinein erkenne ich wie wertvoll und nachhaltig diese Anfangsphase wirkt. Um als Gemeinschaft in kurzer Zeit so richtig zusammenwachsen zu können, gab mir meine Schulleiterin einen guten Tipp, den ich sofort in die Tat umsetzte. Dazu gibt es aber in meinem nächsten Beitrag mehr.

Welche Erfahrungen habt ihr als frisch gebackene Klassenlehrerin gemacht? Ich freue mich über eure Antworten.

Eine kleine Entlastung für Klassenlehrerinnen und -lehrer bietet dieser Planer, in dem ihr Checklisten und Formblätter zu den verschiedensten Bereichen des Schullebens findet:


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