Lesekisten

Lesekisten können auch, wie hier, einen Bauernhof darstellen.

Für welches Buch steht wohl diese Lesekiste? (Foto: Pia)

Zu einer liebgewonnenen Tradition an meiner Schule ist mittlerweile folgendes Ritual geworden: Zweimal im Jahr bereiten motivierte Klasseneltern eine sog. Lesekiste zu Kinderbüchern vor, aus der sie im Rahmen eines Vorlesetages, z.B. an den Zeugnistagen, vorlesen.

Und so funktioniert’s: Pro Klasse gibt es einen Schuhkarton. Diesen gestalten die späteren Vorleser, in unserem Fall die Eltern, passend zu dem Buch, welches sie präsentieren möchten.

Welche Aufgabe haben die Eltern?

Die Eltern bereiten eine Kiste zu einem altersgerechten Buch vor. Darin enthalten sind Gegenstände, die für die Geschichte sprechen. Zu einem Buch wie „Die geheimnisvolle Glückskatze“ (Arena Verlag) würde etwa ein Spielzeugkäse aus dem Kaufmannsladen passen, kleine Speckmäuse oder Spielzeugtiere und natürlich die obligatorische Glückskatze.

Der Inhalt soll neugierig machen, denn die Zuhörer entscheiden sich vorab nur anhand der Lesekisten. Die Schuhschachtel wird dann noch entsprechend beklebt oder bemalt. Buch oder Titel sollten durch die Box nicht verraten werden, in diesem Fall zählen wirklich nur die „inneren Werte“.

Am Vorlesetag tragen sie dann die Kinderbücher oder Ausschnitte daraus vor.

Die Lesekisten können ganz unterschiedlich gestaltet werden. Hier wurden Duplo-Steine benutzt.

Die Eltern haben freie Hand bei der Gestaltung der Lesekisten. (Foto: Pia)

Ich bin immer wieder von der Kooperationsbereitschaft und Kreativität der Eltern begeistert.  Solltet ihr daran vielleicht Zweifel haben, haltet Ausschau nach Alternativen und zieht z.B. pensionierte Kollegen, Mitarbeiter von Buchläden, Mitglieder des Fördervereins oder Praktikanten/Studenten in Betracht.

Der Vorlesetag kommt

Es gibt für alle „umfunktionierten“ Schuhkartons einen festen Abgabetermin, der hinreichend bekannt ist. Daraufhin werden die Lesekisten den Schülern präsentiert, in unserem Fall in der Schulbücherei. Dort darf sich jeder Schüler eine „Eintrittskarte“ seines Favoriten nehmen und mit der Eintrittskarte später an der Verlosung teilnehmen.

Was müsst ihr als Lehrer beachten?

Achtet darauf, dass es möglichst für alle Jahrgangsstufen altersentsprechende Angebote seitens der Eltern gibt. Natürlich sollten sich auch keine Titel zeitnah wiederholen oder gar doppelt vorgestellt werden – daher bietet es sich an, dass ein Kollege die Koordination des Projekts übernimmt.

Wie hoch ist der Aufwand?

Euer Aufwand hält sich in Grenzen: Termin in der Lehrerkonferenz festlegen, Eltern informieren, Eintrittskarten vorbereiten, Kisten ausstellen, Lesekinder und Vorleser auf Klassenräume verteilen, evtl. nachbesprechen.

Für wen ist diese Aktion empfehlenswert?

Die Lesekisten-Aktion passt zu jeder Grundschule! An der Reaktion eurer Kinder auf die einzelnen Bücher erkennt ihr übrigens auch, welche Literatur sich künftig vielleicht als Klassenlektüre eignen könnte – das erspart euch auf jeden Fall eine Menge Recherchearbeit.

Ausprobieren lohnt sich also! Ich bin gespannt auf eure Erfahrungen, die ihr gerne in den Kommentaren mit uns teilen dürft 😉

Lesen ist etwas wunderbares! Wie ihr bei euren Schülerinnen und Schülern die Freude am Lesen wecken könnt, zeigen euch diese beiden Bücher:


Ein Gedanke zu „Lesekisten

  1. Wenke Bönisch

    Eine wunderbare Idee zur Leseförderung ist diese Vorlesekiste. Es wäre doch auch als Projektarbeit innerhalb der Schülerschaft möglich, fächerübergreifend wie Deutsch – Kunst.

    Antworten

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